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Jugend diskutiert über die Zukunft der Welt

YES Jugend diskutiert über die Zukunft der Welt

400 Jugendliche aus 14 Schulen tagen seit gestern und noch bis heute in Kiel beim Young Economic Summit (YES!) in Kiel. Dabei geht es um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der Welt.

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Aufmerksame Zuhörer beim Auftakt zur jugendlichen Denkfabrik im Kieler RBZ Wirtschaft.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Um den Umgang mit den Flüchtlingsströmen, um einen Globus ohne Abfall, um Fluch und Segen der Ökonomie des Teilens.

 Gleich zum Auftakt des Symposiums im Regionalen Berufsbildungszentrum Wirtschaft machte das Team der Kieler Max-Planck-Schule deutlich, wie komplex die einzelnen Themen sind. „Wir mussten so herangehen, dass es überschaubar wird und ins zeitliche Format passt“, beschreibt Jona Laudan die Herangehensweise. Zusammen mit David Riederle, Tjark Schlanbusch, Anna Jeworek und Ole Kistenmacher reduzierten sie das weite Feld der Flüchtlingsproblematik auf die auch nicht gerade unkomplexe Frage, wie die EU ein gerechtes, nachvollziehbares und kostengünstiges Aufnahmeverfahren entwickeln kann.

 Ihre Idee: Zentrale Aufnahme-Camps in Ländern wie Jordanien oder dem Libanon schaffen und vor Ort von der schnellen Feststellung des Flüchtlings-Status über die Erfassung persönlicher, gesundheitlicher und für die Integration wichtiger Daten wie sprachliche oder berufliche Kenntnisse alle wesentlichen Informationen zu erfassen. Verteilt werden die Flüchtlinge nach diesem Modell über alle EU-Staaten, was angesichts der globalen Ursachen des Phänomens einfach nur fair sei.

 Wie alle anderen Gruppen mussten auch die Max-Planck-Schüler nicht nur in englischer Sprache vortragen und diskutieren, sondern sich auch der Diskussion mit ausgewiesenen Experten stellen. In diesem Fall waren es Sarah Tietze von der Internationalen Organisation für Migration in Berlin und Ferry Pausch von der Deutschlandstiftung Integration. Beide hakten kritisch nach und kamen vor allem übereinstimmend zum Schluss, dass die Idee aus Kiel absolut Potenzial hat. Derartige Aufnahme-Camps würden einen legalen Weg nach Europa bedeuten und tausenden Menschen den Tod im Mittelmeer ersparen.

 Auf diese Weise – und diesem Niveau – ging und geht es weiter beim YES!, hinter dem die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft in Kooperation mit der Joachim Herz Stiftung und dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) steckt. Wolf Prieß von der Herz-Stiftung, die für einen großen Teil der Kosten der Veranstaltung aufkommt, kündigt dabei eine deutliche Erweiterung dieser Denkfabrik der Nachwuchsökonomen an. Schon diesmal ist eine Schule aus Hamburg dabei und mit der in Istanbul ansässigen FMV Ismik High School erstmals auch eine ausländische Schule dabei. Besonders Schulen weiter im Süden Deutschlands sollen verstärkt angesprochen werden.

 Das Motto „Gut, dass wir darüber gesprochen haben“ soll für den Young Economic Summit nicht gelten. „Sie werden ernstgenommen“, versprach IfW-Direktor Prof. Dennis Snower schon bei der Auftaktveranstaltung im Februar. Was unter anderem bedeutet, dass die besten Konzepte des gestrigen und heutigen Tages am 31. Oktober im Berliner Wirtschaftsministerium vorgestellt werden dürfen.

 Leicht wird die von den Teilnehmern selbst zu treffende Auswahl wohl nicht. Auf der Tagesordnung finden sich jede Menge zukunftsträchtige Themen wieder, die allesamt mithilfe der jeweiligen Lehrkräfte und von Mentoren des IfW bearbeitet wurden. So legte die Alexander-von-Humboldt-Schule Neumünster ein Konzept vor, um mit größerer Transparenz Freihandelsabkommen wie TTIP mehrheitsfähiger zu machen. Mehr Verkehrssicherheit durch positive Anreize zu schaffen, ist das Anliegen des Gymnasiums Wellingdorf. Mit Möglichkeiten zur Reduzierung von Müll beschäftigten sich gleich mehrere Schulen wie etwa die Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp, die Peter-Ustinov-Schule Eckernförde oder die Kieler Humboldt Schule.

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