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Junge Tüftler aus Kiel sind nicht zu bremsen

"Jugend forscht" Junge Tüftler aus Kiel sind nicht zu bremsen

Den kleinsten Dingen wollen Finn Petersen (17) und Tjard Benz Sattler (15) auf den Grund gehen. Die beiden Kieler Hebbelschüler haben daher ein Rastertunnelmikroskop konstruiert – und treten damit am Freitag in der ersten Runde des Wettbewerbs „Jugend forscht“ an.

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Salz in den Tee? Damit das nicht mehr passiert, experimentieren die Schüler Erik Voß, Per Schwall und Ruben Zeuner (von links) damit, wie sich Zucker einfärben lässt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Bei einem Rastertunnelmikroskop handelt es sich um ein Mikroskop, das mithilfe eines speziellen quantenmechanischen Effekts ein elektronisches Bild in atomarer Auflösung liefern kann“, erklärt Tjard. Der Aufbau einer solche Apparatur klingt nicht nur recht kompliziert, sondern ist auch teuer. Doch das war ein umso größerer Ansporn für die beiden Nachwuchsforscher, ein entsprechendes Mikroskop für ihre Schule zu entwickeln. „Diese Technologie ist auch viel zu interessant und wichtig, als dass sie im Unterricht einfach übergangen werden sollte“, findet Finn.

Seit fast drei Jahren tüfteln die beiden schon. Im vergangenen Jahr haben sie bei „Jugend forscht“ den Regionalsieg für das beste interdisziplinäre Projekt eingefahren und auch Fördergelder eingestrichen. Jetzt ist ihnen eine erste hochauflösende Aufnahme von einem Stückchen Grafit gelungen. Dieses Ergebnis werden sie den Juroren zeigen – und davon berichten, wie sie durch einen Faradayschen Käfig alle Störfaktoren von der flackernden Leuchtstoffröhre bis hin zum vorbeidonnernden Linienbus ausblenden konnten. Auch die nötige Software haben sie selbst entwickelt.

Endlich kein Salz mehr im Tee

Vollkommen neu ist die große Forscherbühne hingegen für Erik Voß, Per Schwall und Ruben Zeuner. Die drei Elfjährigen hatten es satt, dass sie immer wieder versehentlich ihren Tee versalzen haben. „Bunter Zucker, das wäre doch die Lösung“, sagen sie sich und begannen, ihn mit Lebensmittelfarben einzufärben. Inzwischen sind sie zu kleinen Fachleuten geworden, die unter anderem wissen, welche Farben besonders gut haften und ob man diese besser in den trockenen Kristallzucker oder in Zuckerlösung rührt. Und sie wissen auch, wie Salz farblich aufgepeppt werden kann.

Ebenfalls damit, wie sich zwei Stoffe besonders gut verbinden, hat sich Amelie Totz (10) beschäftigt. Sie zieht allerdings – so der Name ihres Projekts – „Erkenntnisse aus einer Babywindel“. „Die kennt jeder, aber wenige wissen, wie eine Windel wirklich funktioniert“, sagt sie und erklärt, dass darin ein Kunststoff enthalten ist, der Flüssigkeiten aufsaugen kann: ein sogenannter Superabsorber (SAP). „Das geht aber nur mit wässrigen Flüssigkeiten“, weiß Amelie. „Nicht mit Creme.“ Genau das kann sie auch mit geübten Handgriffen vorführen.

Aufräumen aus Lego

Weniger um Handarbeit geht es Leander Mikat (10). Er will die Strände dieser Welt vom Müll befreien und hat dazu einen Aufräumroboter aus Lego-Technic gebaut. Bis die Maschine Plastik von Muscheln oder Steinen unterscheiden kann, wird es noch etwas dauern. Auf sandigem Boden aber ist der Roboter schon recht gut unterwegs. Und warum sollte der Mensch seinen Müll nicht selbst entsorgen? „Für die Menschen sind die Strände viel zu lang“, erwidert er. „Und so ein Roboter braucht auch keine Nahrung und kann pausenlos durcharbeiten.“

Am Freitag startet der Bus frühmorgens um sechs Uhr in Richtung Elmshorn. Und mit ihm die Hoffnungen der kleinen Forscher.

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