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Jugendherberge oft voll bis unters Dach

Kiel Jugendherberge oft voll bis unters Dach

Helmut Behnke, Leiter der Kieler Jugendherberge, kann sich über mangelnde Auslastung seines Hauses nicht beklagen. In den Sommerferien sind die 261 Betten des Hauses in der Johannesstraße im Durchschnitt zu 85 Prozent belegt. Allerdings zeigt sich gerade dann, dass sich baulich etwas ändern muss.

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Helmut Behnke zeigt den Bereich, in dem die Jugendherberge um einen Glasanbau erweitert werden soll.

Quelle: mag: Martin Geist

Kiel. Ankommende Gäste, abreisende Gäste, Gäste die etwas wissen wollen, Gäste, die beim Essen sitzen: All das ballt sich im Bereich der Eingangshalle, die sich besonders in der Hochsaison als deutlich zu eng erweist. Doch man hat sich etwas einfallen lassen. Etwa 100 zusätzliche Sitzplätze sollen in einem 180 Quadratmeter großen Anbau geschaffen werden. Gedacht ist an einen gläsernen Bau, der die jetzige Halle zur angrenzenden Dachterrasse hin erweitert. „Das sieht dann so ähnlich aus wie im Landeshaus“, kündigt Helmut Behnke an und fügt hinzu, dass bei dieser Gelegenheit gleich auch die in die Jahre gekommene Rezeption erneuert werden soll.

 Froh ist der Chef, dass die Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde einvernehmlich gelaufen sind und von dieser Seite her der Weg frei ist. Für die finanzielle Seite trifft das aber noch nicht zu. Derzeit laufen konkrete Kostenermittlungen, und wenn die vorliegen, muss ein Konzept dafür erstellt werden, wie das Geld aufgebracht werden kann. Was nicht ganz einfach ist, weil die Jugendherberge zumindest nach derzeitigem Stand keine Zuschüsse erwarten darf. Mit einem Baubeginn rechnet Behnke deshalb eher für Ende 2017.

 Ähnlich sieht der zeitliche Horizont für den Dachboden aus. Der wartet zwar mit einem Seminarraum auf, der gerne angenommen wird, doch ein Manko sind die hoch angesetzten Fenster, die nur großgewachsenen Gästen einen schönen Ausblick auf Kiel gönnen. Also sollen die Fenster – ebenfalls mit Segen des Denkmalschutzes – weiter nach unten gezogen werden.

 Nicht nur die aktuelle Auslastung beweist indes, dass die Kieler Jugendherberge keineswegs unattraktiv ist. Schon das ganze Jahr läuft laut Behnke richtig gut, wozu vor allem ein starkes Frühjahr mit vielen Gruppenbuchungen beigetragen hat. Und für den Sommer erwartet er Zahlen ähnlich wie im ebenfalls schon mehr als zufriedenstellenden Sommer 2014.

 Die Trends sind dabei ähnlich wie im übrigen Tourismusgewerbe. Immer kurzfristiger werden die Buchungen, immer häufiger kommen sie übers Internet. Eine Kieler Spezialität ist dagegen der belebende Einfluss der Kreuzfahrten. An einem einzigen Tag werden teilweise mehrere Dutzend Gäste beherbergt, die vor dem Einchecken an Bord entspannt einen Tag in Kiel verbringen.

 Katrin Oesterschlink und ihr 13-jähriger Sohn Luis aus Rietberg bei Gütersloh gehören genau zu dieser Zielgruppe. Sie haben sogar gleich mehrere Tage an der Förde verbracht, ehe es auf Mini-Kreuzfahrt nach Oslo ging. Bereut hat das Duo diese Entscheidung nicht. „Super: Sonne, Strand und dieses wunderbare Gewusel von Leuten, die kommen und gehen“, schwärmt Katrin Oesterschlink.

 Wieder zu kommen, das kann sich die Urlauberin deshalb ohne Weiteres vorstellen. Vielleicht kann sie dann schon im schicken neuen Glasbau der Jugendherberge frühstücken.

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