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Jugendkriminalität: Mehr Straftaten, weniger Täter

Mit Grafik Jugendkriminalität: Mehr Straftaten, weniger Täter

Die Jugendkriminalität in Kiel ist weiter auf dem Rückzug: Zum siebten Mal in Folge ist mit 592 Personen die Anzahl junger Straftäter gesunken. Allerdings ist die Anzahl von Delikten stadtweit gestiegen.

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Die Jugendkriminalität in Kiel ist weiter auf dem Rückzug. So ist zum Beispiel die Zahl von Körperverletzungen im zurückliegenden Jahr um fast 30 Prozent zurückgegangen.

Quelle: VISUM (Archiv)

Kiel. Die Stadtteile Gaarden und Mettenhof liegen deutlich über dem Durchschnitt. Auffällig ist die Entwicklung bei Drogendelikten: Straftaten im Bereich des Besitzes von Betäubungsmitteln haben sich binnen eines Jahres fast verfünffacht.


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 141 Straftaten wurden 2015 dem Jahresbericht des Kieler Jugendamtes zufolge aktenkundig. Zum Vergleich: 2014 waren es lediglich 29 Fälle gewesen. Einen entgegengesetzten Trend gibt es im Bereich des Handels mit Drogen: Hier ging die Anzahl der Verfahren deutlich von 436 auf 39 zurück. Am Dienstag kommender Woche befasst sich der Innenausschuss der Ratsversammlung mit der Jugendkriminalität in der Landeshauptstadt. Dem Bericht von Stadträtin Renate Treutel zufolge waren auch im abgelaufenen Jahr Diebstähle die häufigste Straftat. 174 Fälle wurden angezeigt – deutlich weniger als noch 2014 mit 494 ermittelten Straftaten. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung im Bereich der Körperverletzungen, die um fast 30 Prozent zurückgingen.

 Einen ganz anderen Trend gibt es bei Betrugsdelikten bei Jugendlichen: Wurden im Vorjahr lediglich sieben Verfahren aktenkundig, waren es 2015 bereits 31 Straftaten gewesen. In der Gruppe der Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren beobachteten die Jugendamts-Mitarbeiter bei der Hehlerei erhebliche Steigerungen – von vier auf zuletzt 71 Straftaten. Noch deutlicher ist der Anstieg „sonstiger Delikte der Heranwachsenden“ von 106 auf 720 Straftaten. Verantwortlich dafür seien nur zwei Männer, die für etwa 400 Computer-Betrugsfälle verantwortlich sein und die 224-mal gegen das Markengesetz verstoßen haben sollen.

Gaarden und Mettenhof sind auffällig

 2015 sind insgesamt 201 Jugendliche und 391 heranwachsende Straftäter registriert worden, 447 sind männlich, 145 weiblich. Sie sind für 1862 Straftaten verantwortlich (2014: 1757). 351 wurden von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren begangen, 1511 von heranwachsenden bis 21 Jahren.

 Gemessen an der Gesamtzahl gleichaltriger Menschen leben in Gaarden mit einer Quote von 7,5 Prozent die meisten jungen Straftäter, in den Quartieren Nord (2,2 Prozent), Süd (2,7) und Mitte (3,0) deutlich darunter. Gemessen auf die gesamte Landeshauptstadt liegt der Schnitt bei 3,6 Prozent. Während die Jugendkriminalität in allen Regionen rückläufig ist, beobachten die Jugendamts-Mitarbeiter allein im Kieler Stadtteil Mettenhof mit einer Quote von 5,1 Prozent steigende Zahlen.

 Schneller als noch im Jahr 2014 mussten sich junge Straftäter im vergangenen Jahr vor Gericht verantworten: Die durchschnittliche Dauer zwischen der Straftat und dem Abschluss des Verfahrens sank auf 8,4 Monate. Zum Vergleich: 2013 waren es noch mehr als neun Monate gewesen. Bei Gerichtsverhandlungen wurden 37,7 Prozent der Verfahren eingestellt, 140-mal erteilten die Jugendrichter Arbeitsauflagen. In 70 Fällen wurden Geldstrafen verhängt. Die Anzahl der Jugendstrafen sank von 38 auf 18, bei den Heranwachsenden wurden 42 junge Männer und Frauen sogar nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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