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Erlebnisreiche Seemeilen mit dem „Seestern“

Jugendkutter Erlebnisreiche Seemeilen mit dem „Seestern“

30 Tage, 1148 Seemeilen und jede Menge Erlebnisse. Die Jugendlichen, die mit der „Seestern“ auf großer Fahrt waren und nun wieder glücklich in ihrem Wellingdorfer Heimathafen gelandet sind, können wahrlich etwas erzählen.

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Gut gelaunt zeigte sich die Besatzung der „Seestern“, als nach mehr als vier Wochen wieder der Heimathafen in Wellingdorf erreicht war.

Quelle: Martin Geist

Wellingdorf. Und das sogar ganz gut auf Englisch, denn an den entsprechenden Sprachkenntnissen wurde in den zurückliegenden Monaten eifrig gearbeitet. Jeweils acht junge Leute aus Kiel und Liepaja waren dabei, da musste man sich zwangsläufig auf eine Sprache einigen, die alle so einigermaßen beherrschen. „Das hat ganz gut geklappt“, berichtet Skipper Jürgen Pautke, unter dessen Regie der vom Familienministerium des Landes Schleswig-Holstein geförderte maritime Austausch jetzt zum zweiten Mal nach 2015 vonstatten ging.

 Fremde Länder und Städte kennenlernen, in unbekannten Gewässern segeln, Gemeinschaft erleben, darum geht es in dem Projekt des Kieler Jugendkutter-Vereins und des „Marytime Sea College“ in Lettland. Die Verantwortlichen der Schule, die für die Ausbildung lettischer Matrosen zuständig ist, haben noch ein zusätzliches Interesse: Gelegenheiten, das maritime Handwerk praktisch zu üben, gibt es nicht zuhauf. Sehr willkommen sind gerade einfache Schiffe wie die „Seestern“, denn darauf geht nichts ohne die ganz grundlegenden Techniken des Segelns.

 Schon vor einem Jahr dabei war der 15-jährige Jeff aus Kiel. „Das Baden war das Beste“, sagt er, schwärmt aber auch von teils wunderschönen Hafeneinfahrten und von Besichtigungen prachtvoller Städte wie etwa Visby auf der schwedischen Insel Gotland. Was zugleich die entscheidenden Argumente dafür sind, dass Jeff sich den Törn noch einmal angetan hat. Beim ersten wie beim zweiten Mal hatte er – genauso wie mehrere andere Leidensgenossen – mächtig mit Seekrankheit zu kämpfen. Doch das werde auf vielerlei Weise entschädigt, sagt der junge Kieler, „und außerdem ist es vorbei, sobald man einen Fuß auf festen Boden setzt“.

 Raivis aus Lettland ist weniger anfällig für die Seekrankheit. Am schönsten fand er den ersten Tag, als es Richtung Gotland ging. „Großer Wind, große Wellen“, das machte richtig Eindruck auf den 17-Jährigen, der seine Ausbildung genauso wie die Mitschüler in zwei Jahren beendet haben wird und dann auf einem Handelsschiff arbeiten will.

 Realisiert wurde der Törn dank der Fährverbindung Liepaja-Travemünde in zwei Etappen. Nach zwei Wochen tauschte man die Hälfte der Besatzung aus, sodass alle auf ihre Kosten – und wieder nach Hause kamen. Die Eindrücke in dieser Zeit waren allerdings nicht immer positiv. „Wirklich erschreckend“ sind laut Andreas Köpke vom Jugendkutter-Verein die riesigen Blaualgen-Felder, die sich in der schwedischen Ostsee vor der „Seestern“ auftaten. In diesem Ausmaß hat das der mit jahrzehntelanger Routine gewappnete Seefahrer noch nie erlebt, und für den Zustand des Wassers bedeutet es nichts Gutes: Blaualgen ernähren sich von überdüngten Zuflüssen der Ostsee und bedrohen deren komplettes Ökosystem.

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