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Lotsen leiten sie in die Jobs

Junge Flüchtlinge Lotsen leiten sie in die Jobs

Ingo Green hat keinen leichten Job: Der 51-Jährige soll möglichst passgenau junge Flüchtlinge finden, die eine Ausbildung machen wollen - und können. Seine Überzeugungsarbeit bei Firmenchefs zahlt sich offenbar aus. Seine Vermittlungsquote liegt bei 90 Prozent.

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Sprechstunde von Willkommenslotse Ingo Green (3.v.li.) in der Flüchtlingsunterkunft am Ellerbeker Weg. Hier warten viele Jugendliche auf ihre Chance, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. 

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dafür muss der Lotse seit Amtsantritt im Mai 2016 zwischen den Welten pendeln, zwischen Ansprüchen der Betriebe, Hoffnungen der Flüchtlinge auf eine Perspektive in Deutschland und Erwartungen seines Arbeitgebers, der Handwerkskammer Lübeck. Schließlich sind Fachkräfte rar, Azubis auch, trotz derzeit gut gefüllter Auftragsbücher. So reist Ingo Green unermüdlich durch sein Zuständigkeitsgebiet, von Kiel bis Segeberg, von Plön bis Neumünster, um zusammenzubringen, was von allein kaum zusammenfinden würde.

Bei Mahammad Farah ist ihm so eine Zusammenführung erneut geglückt. Als der Somali das Formular in der Hand hält, auf das er in der Flüchtlingsunterkunft am Ellerbeker Weg sieben Monate lang wartete, kann man die fassungslose Freude nur in seinem strahlenden Gesicht lesen. Denn dem schüchternen Somali fehlen noch deutsche Worte, die seine Emotionen ausdrücken könnten: Auf dem Papier sichert ein Kieler Betrieb dem 22-Jährigen ab 1. August eine Ausbildungsstelle zum Elektroniker zu. Damit hat es auch Ingo Green wieder geschafft. Schließlich das ist sein Job als Willkommenslotse: Flüchtlinge an Untiefen von Bürokratie und Vorurteilen vorbei in Jobs oder Ausbildung zu leiten.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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