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Dem fernen Nachbarn ganz nah

Deutsch-Französisches Jugendwerk Dem fernen Nachbarn ganz nah

Dänemark liegt den Schleswig-Holsteinern quasi vor der Haustür, Frankreich ist weit weg. Die Distanz zum fernen Nachbarn will Sebastian Müller gerne überbrücken. Der 21-jährige Kieler Geografiestudent ist seit vergangenem Herbst Juniorbotschafter des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW).

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Er freut sich auf mehr französisches Lebensgefühl an der Förde: Juniorbotschafter Sebastian Müller lädt am Freitag zum U-30-Abend im Institut français ein.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Damit ist Sebastian Müller ein ehrenamtlicher Ansprechpartner für alles, was das Nachbarland anbelangt. Und als solcher rührt er auch kräftig die Werbetrommel für eine direkte Begegnung mit jungen Franzosen. Unter anderem besucht er Schulklassen und erläutert dabei die Möglichkeiten, die das 1963 gegründete Jugendwerk bietet. Er verteilt Handzettel an der Kieler Uni und hängt fleißig Plakate auf. Außerdem ist er auf Messen vertreten, bei denen sich Jugendliche über Austauschprogramme schlau machen können. Die Konkurrenz dort ist groß: „Bei vielen Schülern steht das Highschool-Jahr in den USA oder ein Work-and-Travel-Jahr in Australien hoch im Kurs“, sagt Sebastian Müller. „Frankreich“, so fügt er mit voller Überzeugung an, „ist mindestens genauso spannend.“

Frühes Interesse an Land und Sprache

Er selbst hat inzwischen schon etliche Male die Grande Nation bereist und kann von vielen spannenden Einzelheiten berichten. Nachdem Müller in der 7. Klasse des Ernst-Barlach-Gymnasiums damit begonnen hatte, die französische Sprache zu erlernen, stand bereits ein Jahr später eine Klassenfahrt ins Elsass an. In der Oberstufe ging es nach Paris. Und nach dem Abitur führten ihn gleich zwei Freiwilligendienste auf die andere Seite des Rheins. Der längere von beiden dauerte eine halbes Jahr. Müller arbeitete an einer Sprachschule an der Côte d’Azur mit. „Dorthin kamen Schüler, größtenteils Italiener, und haben den Tag über Französisch gelernt“, beschreibt er. „Abends haben wir Freiwilligen dann übernommen und waren für die Freizeitgestaltung zuständig.“

Einige der Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, kann er nun auch für sein Botschafteramt nutzen. So plant er für diesen Freitag einen französischen Abend für junge Leute. Am Wochenende soll dann ein kurzer Film entstehen, in dem er zusammen mit seiner Botschafter-Kollegin Lisa Chevaucherie aus Hamburg dokumentieren will, was die Kieler mit Frankreich verbinden. Das fürs Filmen notwendige Equipment gibt es vom Offenen Kanal. „Wir sind selbst gespannt, was bei der Straßenumfrage herauskommt“, sagt er.

Die Schönheit der Sprache

Für ihn selbst ist es vor allem die Schönheit der Sprache, die sein Interesse für Frankreich immer weiter hat wachsen lassen. Und dabei denkt er nicht nur an die sehr umfangreiche und sehr regelhafte Grammatik und die besondere Aussprache: „Die Sprache hat Nuancen, die es in der deutschen Sprache nicht gibt“, sagt er. „Selbst wenn eine junge Französin flucht, hört sich das sehr süß an. Französisch ist einfach viel charmanter als das Deutsche.“

Auch wenn Sebastian Müller die Sprache längst fließend spricht, bleibt das Französische für ihn eine Fremdsprache – und damit letztlich anstrengend. Dennoch ist das Französisch-Sprechen zu einem wichtigen Hobby für ihn geworden. Zum Beruf wollte er seine Frankreich-Affinität dann aber nicht machen, etwa indem er die Sprache studieren und sie später unterrichten würde. „Wenn ich mich morgens um acht mit französischer Literatur beschäftigen müsste, könnte das auch viel kaputt machen“, wägt er ab. Frankreich, das ist eben doch vor allem ein Lebensgefühl, so scheint es. Und eines, mit dem er sich sehr wohl fühlt.

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