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„Love-Storm“ für Professor Lieder

Jura-Studierende „Love-Storm“ für Professor Lieder

„Geht gar nicht“: Das sagten sich zahllose Kieler Jura-Studierende, nachdem bekannt wurde, dass ihr Professor Jan Lieder einen Ruf nach Freiburg erhalten hatte. Also stießen sie die Aktion #LiederBleibt an.

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Cenk Nickel und weitere junge Juristen überreichten an Prof. Jan Lieder eine Liste mit 600 Unterschriften, die ihn zum Bleiben bewegen sollen. Sehr dafür ist auch Prodekan Prof. Rudolf Meyer-Pritzl.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Auf Jan Lieder, erst im Sommersemester 2014 gekommen, renommiert als Wissenschaftler, geschätzt als Mensch und bewundert dafür, dass er in seinen Vorlesungen selbst drögsten Stoff mit Witz und Wissen adelt, will der rechtswissenschaftliche Nachwuchs an der Kieler Förde auf keinen Fall verzichten. Und so kam es zur Aktion #LiederBleibt!

Wie es heute halt so ist, läuft die akademische Charme-Offensive online, aber auch im richtigen Leben. Auf Papier und digital haben die Studierenden innerhalb kurzer Zeit etwa 600 Unterschriften gesammelt und nun an den umworbenen Hochschullehrer und ans Dekanat der Juristischen Fakultät übergeben. Im Internet wird Jan Lieder von einem regelrechten „Love-Storm“ überwältigt. Auf Facebook überschlagen sich die zuweilen mit Selfies garnierten Kommentare. „Professor Lieder ist ein unglaublich guter Professor“, heißt es da, oder: „Ich fang zum Wintersemester 2016 an und will auch noch vom Meister lernen!“

Die Initiatoren der Aktion können diesen Kommentaren nur beistimmen. „Er betrachtet die Lehre nicht nur als Beiwerk der Forschung“, begründet Davut Tayaranian von der „European Law Students Association“ Lieders Beliebtheit bei den Studierenden. Fachschaftssprecher Cenk Nickel weiß zu schätzen, dass der 1979 geborene Professor trotz seiner steilen Karriere, die ihn über Harvard nach Kiel führte, bescheiden ist: „Er pflegt einen Umgang auf Augenhöhe.“

"Es ist noch nichts passiert"

So freundlich, wie er beschrieben wird, reagierte Prof. Lieder am Tag der Übergabe der Unterschriften. „Es ist noch nichts passiert“, kommentierte er den Stand der Wechselgespräche und hielt damit bei seinen Fans die Hoffnung am Leben. Auch wenn den Studierenden klar ist, dass Freiburg eine attraktive Stadt ist und die Jura an der dortigen Uni einen sehr guten Ruf hat, wollen sie ihrem Professor das Ja-Sagen dennoch so schwer wie irgend möglich machen. „Wir werden nicht kampflos aufgeben“, versichert Cenk Nickel. Als positives Signal deuten es die Studenten, dass Lieder erst im vergangenem Jahr einen Posten als Richter am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht angenommen hat.

Was den Ruf nach Freiburg betrifft, sind beide Seiten gleichwohl miteinander im Gespräch. Sicher ist einstweilen nur: Der auf Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht spezialisierte Zivilrechtler wird auf jeden Fall noch das Sommersemester 2016 in Kiel bleiben. Sollte es ihn dann doch gen Süden ziehen, dürfte es gewiss nicht an mangelnden Bemühungen der Studierenden gelegen haben. Eher, so fürchten die, an den räumlichen Bedingungen bei den Kieler Juristen: „Wenn es ins Seminargebäude hineinregnet und Vorlesungen wegen Einsturzgefahr ausfallen, ist das nicht gerade ein Standortvorteil.“

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