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Mehr Frust als Lust auf Auslaufflächen

KN-Serie Hundeleben Mehr Frust als Lust auf Auslaufflächen

Die Stadt Kiel bietet ihren Hunden 18 Areale für den freien Auslauf an. Doch nicht alle entsprechen dem, was sich Halter für ihre Vierbeiner vorstellen. Vor allem das eingezäunte, kleine Areal im Schrevenpark halten viele nicht für artgerecht; auch am Hundestrand hat sich trotz seiner jüngsten Erweiterung nicht viel verbessert. Gelobt werden hingegen von Haltern immer wieder die Flächen im Vieburger und Projensdorfer Gehölz.

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Sonne, Meer und nette Kumpels: Das freut Hunde wie Ellie, Joey und Perro. Doch nicht an allen Tagen ist der Hundestrand so schön sandig – nur wenn der Sturm genügend herbeibringt.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Staubtrocken ist der Boden der Auslauffläche im Schrevenpark, von ein paar Agility-Geräten ist nicht viel außer den Gestellen, Brettern und rostigen Nägeln geblieben. „Die Stadt Kiel tut nicht wirklich was für die Hunde, und man hat den Eindruck da planen Leute Auslaufflächen, die keine Ahnung haben“, motzt ein Halter, der nicht genannt werden möchte. Jörg Paulsen empfindet das ähnlich: „Kiel ist nicht hundefreundlich. Es müsste mehr Plätze geben, an denen wir unsere Hunde ableinen können“, sagt der 47-Jährige. Der Auslauf im Schrevenpark hat in seinen Augen nichts mit Auslauf zu tun. „Ich wandere viel mit Bragi und nutze das hier nur, damit der Hund mal soziale Kontakte hat“, sagt er. Johanna Volkmann betritt mit ihrem Podenko-Mischling Ella die Fläche gar nicht mehr. „Der Raum ist viel zu klein, da entstehen schnell Spannungen zwischen den Hunden, und es haben dort nur die dominanten Hunde Platz. Ella wurde schon extrem attackiert“, sagt sie. Mit dem Hund schlendert sie lieber durch den schönen Schrevenpark, aber auch nicht ohne Frust: „Die Grillreste und der Gänsekot sind echt schlimm. Das größte Problem sind aber die Leute, die sich in den Gebüschen erleichtern“, sagt sie. Und die Auslauffläche am Schützenpark/Hermann-Weigmann-Straße „nennen wir Karnickelwiese, weil da so viele Kaninchen sind. Die Fläche ist zur Straße offen und sehr gefährlich für Hunde. Ball kann man da nicht spielen“, sagt sie.

Lange Jahre haben sich die Hundelobby Kiel und die Arbeitsgemeinschaft Hundestrandler für einen besseren Hundestrand eingesetzt. Der steinige, schmale Strandabschnitt, der über die Scheidekoppel erreicht werden kann, wurde schließlich um 57,91 Meter nach Süden verlängert. „Hätte ich nicht davon gehört, wäre mir die Erweiterung gar nicht aufgefallen“, sagt Christine Schönwald, die fast jeden Tag mit ihrem Hund Perro zum Hundestrand kommt. Richtung Norden mag sie mit ihrem Hund gar nicht mehr gehen: Dort gebe es eine Frau, „die jeden Hundehalter anpöbelt, darauf habe ich keine Lust“, sagt sie.

 Auch Michaela Kruse-Alpers ist täglich mit ihren drei Hunden am Strand. „Zurzeit ist es schön, weil der Sturm die Steine mit Sand überdeckt hat, manchmal sieht das hier auch ganz anders aus“, sagt sie. Die Erweiterung findet sie total lächerlich. „Dafür hat die Stadt fünf Schilder und Holzpfähle aufgestellt, damit wir wissen, wo der Strand endet. Wir Hundehalter sind doch nicht doof“, empört sie sich. Am Nachmittag sei der Strand proppenvoll, dafür herrsche an der benachbarten Steilküste tote Hose. „Es ist schön, dass alle anderen gehört werden, nur wir Hundehalter nicht“, sagt sie.

 Tanja Schmidt macht für zwei Wochen mit Mann und Hund Urlaub in Kiel und ist enttäuscht von dem Hundestrand, den sie wegen mangelnder Beschilderung erst einmal suchen musste. „Viel zu schmal und steinig, Urlaubsfeeling kommt da nicht auf“, bedauert sie. Der Kieler Wolfgang Mann freut sich über die Verlängerung, wenn an guten Tagen der Strand sandig ist. „Es ist auf jeden Fall eine Verbesserung, weil: Schlechter hätte es nie werden können“, betont er.

 Doch es gibt in Kiel auch besonders schöne Auslaufflächen, wie das Vieburger und Projensdorfer Gehölz, in dem die Hunde genügend Platz haben, zu spielen, zu toben und sich aus dem Weg zu gehen. Zudem bieten die Gehölze viele Möglichkeiten zu schnüffeln.

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