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Rücksicht nehmen im Miteinander

KN-Serie Hundeleben Rücksicht nehmen im Miteinander

Der Hund ist liebstes Haustier, Familienmitglied und treuer Gefährte. Er liegt seinem Halter meistens sehr am Herzen, was nicht selten zu Konflikten zwischen Hundehaltern und Menschen ohne Hund führen kann. Denn manchmal ist der Blick auf den eigenen Hund tierisch verklärt.

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So ist es vorbildlich: Während sich Fatma Nürnberg und Sebastian Borski unterhalten, warten die Hunde geduldig und toben nicht unbeobachtet durch die Gegend.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Im Park, auf der Straße oder am Strand: Immer wieder kommt es bei Begegnungen mit Vierbeinen zu unschönen Situationen. Andere Halter fühlen sich gestört von der Unwissenheit oder Ignoranz des anderen. „Es wird oft nicht toleriert, dass man den Hund an der Leine hat und nicht möchte, dass ein anderer Hund herankommt“, weiß Kirsten Reu, Vorsitzende der Kieler Ortsgruppe vom Verein für Deutsche Schäferhunde. Aber egal ob der Hund läufig, krank, in Ausbildung, sensibel ist oder sich ein Halter einfach nur an die Leinenpflicht im Park halten möchte: „Ungefragt sollte es keinen Kontakt zwischen Hunden geben“, betont sie.

 Das gilt auch für Kontakte mit Menschen ohne Hund. Ob Spaziergänger oder Radfahrer: Es gibt viele, die sich leicht bedrängt fühlen. Ein Hund sollte sich deshalb niemandem einfach nähern oder ihn gar anspringen. Gerade mit Joggern gibt es häufig Probleme: „Aber es reicht eine klare Ansage an den Halter, weil der verantwortlich ist. Man muss nicht nach dem Hund treten, ihn vertreiben oder schubsen“, erklärt Kirsten Reu. Das sei das falsche Signal. Der Hund könnte das als Aggression oder Provokation verstehen und beim nächsten Mal mit Joggern verknüpfen.

 Besondere Vorsicht ist bei Kindern angesagt. Auch wenn der Kontakt mit Hunden in Wirklichkeit sehr viel ungefährlicher ist als viele denken, sollte man den eigenen Hund nah bei sich halten. Denn manche Eltern reagieren übervorsichtig und übertragen so ihrem Kind schnell die Angst vor dem Hund. Schöner wäre, einem Kind beizubringen, ob und wie man sich einem noch so süßen Hund nähert. Richtig angeleitet können Kinder und Hunde dann wunderbare Spielkameraden sein.

 Leidiges Thema beim Miteinander von Menschen mit und ohne Hund sind häufig die Hinterlassenschaften des Vierbeiners. Es gibt 365 Automaten für Hundeschietbüdel im Kieler Stadtgebiet. Jährlich werden rund 3,6 Millionen Beutel an die Paten dieser Automaten ausgegeben. Hundehalter haben die Verantwortung, Häufchen zu entfernen und so für ein besseres Image zu sorgen.

 Eigentlich ist es ganz einfach: „Ich bin verantwortlich für meinen Hund, egal wann und wo. Mein Hund sollte fremde Menschen nicht bedrängen . Und dort, wo es verboten ist, ihn abzuleinen, sollte er angeleint sein“, betont Hundetrainer Marc Lindhorst. Aus Erfahrung weiß er, dass sich viele Menschen ohne Hund auch gerne dafür bedanken, wenn man sich daran hält oder den Hund in manchen Situationen zu sich heranholt.

 Dass der Hund vielen Menschen lieb ist, wird auch in der Geschäftswelt wahrgenommen. Vor immer mehr Läden und in der Gastronomie stehen Näpfe mit Wasser oder „Willkommen“-Schilder, damit die Hunde nicht im überhitzten Auto warten müssen. Den Wert der Vierbeiner hat auch die Wirtschaft erkannt: Deutschlands Heimtierhaltung sorgt insgesamt pro Jahr für einen Umsatz von über 9,1 Milliarden Euro und ist mit 185 000 bis 200 000 Arbeitsplätzen verbunden, heißt es in der Heimtierstudie „Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung“ der Uni Göttingen von November 2014.

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