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Die Bürger bleiben zuversichtlich

KN-Talk im Audimax Die Bürger bleiben zuversichtlich

Die Flüchtlingsfrage lässt niemanden kalt. Und trotz der wachsenden Herausforderungen scheint die Hilfsbereitschaft ungebrochen. Das machte Mittwochabend der KN-Talk deutlich, zu dem rund 1200 Gäste aus der gesamten Region ins Audimax der Kieler Universität kamen.

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Kiel. Sie erlebten nicht nur eine engagierte Debatte auf dem Podium, sondern diskutierten auch lebhaft mit. Das Ergebnis der Abstimmung am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung war eindeutig. Rund 90 Prozent hielten die blaue Stimmkarte mit der Aufschrift „Ja, wir schaffen das“ in die Höhe.

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 Moderiert von KN-Chefredakteur Christian Longardt und unserer Redakteurin Heike Stüben, war zuvor der Blick nach vorn gerichtet worden. „Wie schaffen wir das ?“ lautete das Motto des Abends. Die Fakten lieferte dafür Innenminister Stefan Studt (SPD). Rund 60000 Flüchtlinge erwarte Schleswig-Holstein in diesem Jahr. „Täglich kommen 400 bis 500.“ Aber nein, angst und bange werde ihm deshalb nicht. Schleswig-Holstein habe „viele Antworten gefunden, die tragen“. Und: „Wir werden auch im kommenden Jahr Antworten finden. Die werden aber nicht mehr so komfortabel sein“, sagte Studt, der ein klares Bekenntnis ablegte: Er sei stolz auf die Bundeskanzlerin, die trotz des Drucks aus ihrer Partei an ihrem Kurs festhalte. Dafür gab es den ersten großen Beifall der Gäste, unter denen auch einige Flüchtlinge sowie Vertreter der Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ waren.

KN-Talk über Flüchtlinge: Herkunft | Create bar charts

 Doch es gibt auch andere Stimmen im Land. „So friedlich wie hier im Audimax“ gehe es nicht überall zu, gab Hartmut König (CDU), Bürgermeister von Boostedt, zu bedenken. Die 4600 Einwohner starke Gemeinde hat in ihrer Erstaufnahmeeinrichtung bereits 2000 Flüchtlinge aufgenommen. Weitere 500 könnten noch kommen. „Meine größte Aufgabe ist es, die Kritiker zusammenzuhalten“, sagte der zupackende Kommunalpolitiker. Er müsse die Ängste und Sorgen der Bürger aufnehmen. „Die mögen banal sein, aber wenn ein großer Teil des Dorfes ausländischer Nationalität ist, muss er erst einmal hineinwachsen.“

 Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement der Bürger. Insbesondere die bis zu 400 Transitflüchtlinge, die jede Nacht kommen und die „ganz im luftleeren Raum hängen“, seien ein besonderes Problem. „Ich finde, unsere Stadt hat das bisher ganz gut gemeistert.“ Im Mittelpunkt der Debatte stand aber vor allem die Frage, wie diejenigen, die bleiben wollen, integriert werden können.

Die Abstimmung vom KN-Talk im Audimax der Universität Kiel. Die Frage lautete: "Schaffen wir das?"

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 Wie groß die Schwierigkeiten beim Spracherwerb und bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche sind, machte nicht nur Idun Hübner von der Flüchtlingsberatungsstelle ZBBS deutlich. Auch der aktuelle Fall eines jungen Mannes aus Eritrea wurde diskutiert. Er erhalte keine Unterstützung vom Jobcenter mehr, seit er eine Schulausbildung begonnen hat, wurde beklagt. Stöcken versprach spontan, sich um eine schnelle Lösung zu kümmern.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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KN-Talk im Audimax
Foto: 1200 Gäste verfolgten am Mittwochabend im Audimax der Universität Kiel den Talk zur Flüchtlingskrise – "Schaffen wir das?".

Bis kurz vor 20 Uhr strömen Besucher ins Audimax der Kieler Uni. Vor der Tür hatten 500 schwarz gekleidete Vertreter des Netzwerks Antirassistische Aktion Flugblätter verteilt, auf denen „Verschärfung des Asylrechts – nicht in unserem Namen“ stand.

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