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Lust am mörderischen Fabulieren

KN-Treff.Punkt Lust am mörderischen Fabulieren

Sie teilen die Lust am mörderischen Fabulieren – an diesem Abend sogar mit ihrem Publikum in der ausverkauften KN-Kundenhalle. Rund 60 Krimi-Fans sind zum Auftakt der neuen Treff.Punkt-Reihe der Kieler Nachrichten gekommen, um die drei „Ladies in Dead“ aus nächster Nähe zu erleben.

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KN-Redakteur Thomas Paterjey begrüßte zum Start der Treff.Punkt-Reihe die drei „Ladies in Dead“ Angelika Svensson, Ute Haese und Kirstin Warschau (von links).

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die Krimi-Autorinnen Ute Haese, Angelika Svensson und Kirstin Warschau bieten mit ihrer Lesung eine Art Heimatabend. Denn die Orte, an denen ihre Geschichten spielen, kennen hier fast alle.

 Da wäre zum Beispiel die Kieler Kommissarin Olga Island, die als junges Mädchen der Spießigkeit ihres Elternhauses bei wilden Punk-Exzessen in der „Alten Meierei“ entfloh. Da brennt in der Erinnerung schon mal die Bühne, Flammen ersticken im Bier. So oder so ähnlich war es wirklich. Kirstin Warschau kennt sich bestens aus in den Kulissen ihres Buches „Ostseewut“. In Kiel ist sie aufgewachsen, kennt hier jeden Stein, den Geruch der Bergstraße oder die trügerische Kleinbürger- idylle hinter unscheinbaren Backsteinfassaden der Arbeitersiedlungen.

 Als Kirstin Warschau aus ihrem Buch liest, reisen die Zuhörer in Gedanken mit an diese Orte, die sie ebenfalls kennen. Mit solchem Lokalkolorit knüpfen die Autorinnen ein unsichtbares Band zu ihrem Publikum, das ihnen dankbar folgt. Zum Beispiel Dörte Seger: „Ich erkenne mich oft wieder in der Unzulänglichkeit der Helden, ihren Macken, ihrem trockenen, manchmal sehr speziellen Humor. Eben typisch norddeutsch.“

Die Krimilesung in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten war restlos ausverkauft.

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 Besonders angesprochen fühlt sich die 45-Jährige dabei von Hanna Hemlock, Privatdetektivin und Hauptfigur in den Krimis von Ute Haese. „Sie ist wirklich nicht perfekt und mir deshalb wahrscheinlich so nah.“ Ute Haese lässt ihr Buch „Fisch und Fertig“ zwar einmal mehr in dem fiktiven Bokau am immerhin authentischen Passader See spielen. Genau recherchiert sind die Figuren und Orte ihrer Krimis trotzdem. Schließlich wohnt die Autorin schon seit vielen Jahren am Schönberger Strand, direkt hinterm Deich.

 Auch Angelika Svensson lässt Besucher in ihrem Buch „Kielgang“ tief eintauchen in Landschaft und Sprache Norddeutschlands. Am Ende der mehr als zweistündigen Veranstaltung haben es die drei Autorinnen mit der Mordslust am Schreiben wieder einmal geschafft: Die Krimi-Häppchen machen Lust auf mehr Morde nach norddeutscher Art.

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