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Betriebshof soll fit für E-Busse werden

KVG-Gelände in Gaarden Betriebshof soll fit für E-Busse werden

Auf extra-lange Busse und Fahrzeuge mit Elektromotor ist der Betriebshof der Kieler Verkehrsgesellschaft nicht ausgelegt. Bis Ende 2020 soll das Gelände modernisiert werden. Der Ortsbeirat Gaarden unterstützt die Pläne, geht in Sachen Architektur aber auf Distanz zum Beirat für Stadtgestaltung.

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Nicht erhalten werden soll die Abstellhalle auf dem KVG-Betriebshof.

Quelle: Martin Geist

Kiel - Gaarden. Aus gegebenem Anlass tagte der Ortsbeirat am Mittwochabend in der Kantine auf dem KVG-Gelände. Architekt Stephan Großer vom Hamburger Büro AGN Leusmann stellte dabei umfassend die Pläne vor. „Es geht in erster Linie um Funktion“, stellte er seinen wichtigsten Grundsatz voran. Die grundsätzliche Richtung wird vor allem von den Trends zur Elektromobilität und zu größeren, nämlich 24 Meter langen Doppelgelenkbussen, vorgegeben. Elektrische oder teilelektrische Busse benötigen ein Akku-Lager, die größeren Fahrzeuge benötigen schlicht Raum zum Manövrieren im Freien wie in den Hallen. Genau daran liegt es, dass vom bisherigen Betriebshof nicht allzu viele Gebäude erhalten bleiben. Völlig unangetastet bleibt der denkmalgeschützte und von der KVG ohnehin nicht genutzte Bunker, auch der ebenso denkmalgeschützte Verwaltungstrakt bleibt und wird energetisch saniert. 

Abgerissen werden sollen dagegen neben kleineren Garagen an verschiedenen Stellen die Abstellhalle und die Werkstatthalle. Sie werden durch einen kompakten Neubau ersetzt, der auch einen Bereich für Elektro- und Hybridbusse bietet.

Gestalterisch präsentieren sich die ersten Entwürfe trotz des Vorrangs der Funktion nach Meinung des Ortsbeirats durchaus anspruchsvoll. Einen Zwist gibt es, was den letzten Abschnitt des KVG-Geländes zur Preetzer Straße hin betrifft. Hinter einem Zaun wachsen dort derzeit Hecken, die Planer wollten ursprünglich stattdessen Bäume pflanzen. Im Beirat für Stadtgestaltung, der sich bereits im Juni mit diesem Thema befasste, stieß dies auf wenig Begeisterung. Das Gremium wünscht sich zwischen Verwaltungsgebäude und Bunker vielmehr eine geschlossen bebaute Straßenfront und plädiert dafür, einen Teil des kompakten Neubaus dorthin zu schieben.

Als Alternative schlug Architekt Großer deshalb eine teils lichtdurchlässige Gittermauer aus Backstein vor, biss damit im Beirat aber ebenfalls auf Granit. Nun steht ein von Großer als „Stadtregal“ bezeichnetes Gebäude zur Debatte, in dem beispielsweise eine Ausstellungsfläche zur Geschichte von Bussen und Bahnen in Kiel geschaffen werden könnte.

Als „absolut schizophren“ bezeichnete CDU-Ortsbeiratsmitglied Fedor Mrozek die Idee, statt Bäumen einen im Grunde nutzlosen Stahl-Glas-Bau zu errichten. Nicht finanzierbar wäre ein Verkehrsmuseum aus Sicht von Bruno Levtzow und Ute Kohrs (beide SPD). Der Ortsbeirat plädierte am Ende eindeutig für die vorgeschlagene Gittermauer.

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