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Busnutzer sind zufrieden

KVG-Kundenbefragung Busnutzer sind zufrieden

Unfreundliche Busfahrer, verschmutzte Haltestellen, überfüllte Busse oder die Nichtmitnahme von E-Scootern: Rund 80 Beschwerden erhält die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) jeden Monat. Doch nach einer aktuellen Kundenbefragung, der fünften seit 2010, schneidet sie in der Gesamtschau mit der Note 2,07 wieder gut ab.

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"KVG fahr ich gern":  Geschäftsführer Andreas Schulz kann sich über die Ergebnisse der Kundenumfrage freuen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die bayrische Firma Target Group hatte im vergangenen Herbst auf allen Linien insgesamt 2641 Busgäste nach 28 Einzelkriterien – etwa nach Angebot, Anschlüssen, Zuverlässigkeit – befragt. Die Ergebnisse mit der Benotung zwischen 1 und 5 unterscheiden sich kaum von denen der vergangenen Jahre. „Wir sind froh über die sehr gute Zwei, die bestätigt, dass die Kunden zufrieden mit Qualität und Leistung sind. Es ist für uns anstrengend, die Werte auch auf dem Niveau zu halten“, erklärte Sabine Schirdewahn, Werkleiterin des städtischen Eigenbetriebs Beteiligung, der den Verkehrsvertrag mit der KVG geschlossen hat.

 Wie in den Vorjahren schlug sich die Bedeutung der Pünktlichkeit in der Untersuchung nieder. Dass Busse nicht zu spät eintreffen, schlimmer noch, nicht zu früh losfahren, nannten 84,4 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium – gefolgt vom Preis-Leistungsverhältnis (33,9 Prozent) und der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals (33 Prozent). Während die Pünktlichkeit mit 1,79 spitzenmäßig benotet wurde, gab es Abzüge bei Anschlusssicherheit (2,7) und Preis-Leistungsverhältnis mit dem schlechtesten Wert von 2,9. „Beim Preis sind wir im Schleswig-Holstein-Tarif mehr oder weniger festgelegt. Wir können nur unser Angebot verbessern. Das aber kostet mehr Geld“, erläuterte Wiebke Petersen-Bonow, ÖPNV-Expertin beim Eigenbetrieb Beteiligungen. Schirdewahn verweist auf das steigende Defizit und wirbt um Verständnis, nicht alle Ansprüche erfüllen zu können: „ÖPNV ist immer ein Zuschussbetrieb. Steckt man viel Geld rein, fehlt dies vielleicht für Kitas oder Kultur. In einer wachsenden Stadt wie Kiel muss jedoch auch der ÖPNV wachsen.“

 Die Umfrage sei wichtig, um zu wissen, wo die KVG nachsteuern müsse, um noch mehr Kunden anzulocken: „Wir können uns auf den Ergebnissen nicht ausruhen“, so Schirdewahn. Derzeit befördern etwa 400 Fahrer der KVG in 159 Bussen etwa 32 Millionen Fahrgäste im Jahr. Den Kosten von mehr als 39 Millionen Euro stehen Einnahmen von 32 Millionen Euro gegenüber.

 Dass auf der Umfrage basierende Veränderungen sich in guten Bewertungen niederschlagen, zeigen Einzelergebnisse. Seit mehr Busse die Uni ansteuern, gibt es für die betreffenden Linien deutlich bessere Noten. Das gleiche gilt für die Linie 6, seit sie auf Gelenkwagen umgestellt wurde. Schlechter kamen dagegen die Linien 41 und 42 (Meimersdorf, Kronsburg, Projensdorf) und 901 (Rönne) weg. Positiv wirkte sich auch die Anschaffung von 17 modernen Fahrzeugen aus: Die Befragung nach dem „Gesamteindruck Fahrzeuge“ schnitt leicht besser ab als im Jahr davor. Von der Kundenzufriedenheit profitiert auch das Unternehmen selbst. Liegt die Note besser als 2,17, erhält es eine um 0,4 Prozentpunkte erhöhte Kapitalrendite. Der Bonus beläuft sich für 2014 auf 167000 Euro.

 Ob der Streit um die Nichtmitnahme der E-Scooter in Bussen gelöst ist, wird erst die nächste Umfrage widerspiegeln. In Kiel nutzten nach Angaben von Petersen-Bonow im März fünf E-Scooter-Fahrer mit im Schnitt 2,5 Fahrten täglich das als Kompromiss gefundene Rufbus-System.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Wanda Janzen aus Kiel-Elmschenhagen liebt ihre Hündin der Rasse Bolonka-Zwetna – und klare Ansagen. Doch die hat sie auf ihren Busfahrten mit Jette – 3,5 Kilogramm schwer und damit ein Leichtgewicht – bisher vermisst.

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