19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Wende im Streit um E-Scooter-Mitnahme

KVG Wende im Streit um E-Scooter-Mitnahme

Die KVG lenkt ein: Ab 15. Dezember wird die Mitnahme von E-Scootern in Bussen erlaubt – unter bestimmten Bedingungen. Am Vortag hatten Scooterfahrer der KVG fortgesetzte Diskriminierung vorgeworfen. Ihnen war ohne Begründung die Mitnahme verweigert worden, obwohl das OLG ein pauschales Mitnahmeverbot für rechtswidrig erklärt hatte.

Voriger Artikel
Auch der letzte Chef ist auf Jobsuche
Nächster Artikel
Polizei fragt: Wer kennt diesen Mann?

Im Bus muss der E-Scooter auf einem ausgewiesenen Rollstuhl-Platz geparkt werden.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die Kieler Verkehrsgesellschaft KVG reagierte und erlaubte die Mitnahme „auf der Grundlage der derzeit vorliegenden Gutachten und Gerichtsurteile“. Im Einzelnen stellt die KVG folgende Bedingungen:  Die E-Scooter dürfen maximal 120 cm lang sein und müssen vier Räder haben. Das Gesamtgewicht darf 300 kg nicht überschreiten.

Die Nutzer müssen einen Schwerbehindertenausweis mit Vermerk G oder aG und gültiger Wertmarke haben. Die zwingende Nutzung eines E-Scooters aufgrund einer Gehbehinderung kann darüber hinaus im Einzelfall auch anders nachgewiesen werden.

Vorgaben für E-Scooterfahrer

Der Fahrgast muss den E-Scooter selbstständig oder mit Hilfe einer Begleitperson ohne Komplikationen in den Bus, auf die richtige Position im Bus und aus dem Bus wieder heraus manövrieren können. Der Fahrgast muss in der Lage sein, sich bei drohendem Kippen oder Rutschen des E-Scooters an den vorhandenen Halteeinrichtungen festzuhalten. Bei Bedarf und auf speziellen Wunsch des Fahrgastes bietet die KVG ein Fahrtraining an.

Im Bus muss der E-Scooter auf einem ausgewiesenen Rollstuhl-Platz geparkt werden, und zwar in Längsrichtung rückwärts gegen die Anlehnfläche. Dafür muss genügend Platz im Bus vorhanden, der Stellplatz frei sein. Fahrräder haben keinen Vorrang.

Mitnahme kann im Einzelfall abgelehnt werden

Die Rollstuhlplätze müssen mit einem gangseitigen Bügel nach entsprechender Baunorm ausgestattet sein. Das ist in den Bussen der KVG ab Baujahr 2006 der Fall. Diese Busse sind extra gekennzeichnet - an der vorderen Stoßstange, an der Tür 2 und an den Rollstuhlplätzen. Ab Baujahr 2010 haben die Busse zwei solcher Rollstuhlplätze.

Die Entscheidung, ob ein E-Scooterfahrer mitgenommen wird, liegt letztlich beim Fahrpersonal. Die Mitnahme kann im Einzelfall abgelehnt werden, wenn dies die Umstände verlangen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr zum Artikel
KVG verweigert Mitnahme
Foto: E-Scooter müssen nach wie vor bei den KVG-Bussen in Kiel draußen bleiben. Sandra Schönemann (45) und Jan Schmidt (45) versuchten es an der Haltestelle Mercatorwiese – und wurden abgewiesen.

Der Streit um die Mitnahme von E-Scootern geht weiter: Am 11. Dezember hatte das Oberlandesgericht in Schleswig verkündet, dass ein pauschales Mitnahme-Verbot von E-Scootern rechtswidrig ist. Am Montag versuchten zwei E-Scooterfahrer, mit Bussen der KVG mitzufahren - vergeblich.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3