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Wie kann Integration gelingen?

Käthe-Kollwitz-Schule Wie kann Integration gelingen?

Die Oberstufenschüler der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel haben eine Diskussionsrunde mit Politikern zum Thema Flüchtlinge organisiert. Die Fragen drehten sich um die Rolle der Schule bei der Integration, die Schließung von Erstaufnahmeeinrichtungen und die Details des Abschiebeverfahrens.

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Politiker des Landtages und Vertreter der Kieler Ratsversammlung stellten sich in der Käthe-Kollwitz-Schule Fragen zur Flüchtlingsdebatte.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Können sich Flüchtlinge in ländlichen Gebieten integrieren? Wie leisten Schüler und Schülerinnen ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Integration? Und wie ist es möglich, immer noch vorhandene Ängste in der Gesellschaft rund um die Flüchtlingsdebatte auszuräumen? Diesen und weiteren Fragen stellten sich am Dienstagmittag Politiker und Politikerinnen des schleswig-holsteinischen Landtags und Vertreter aus der Kieler Ratsversammlung auf einer von Oberstufenschülern der Käthe-Kollwitz-Schule organisierten Podiumsdiskussion zum Thema „Flüchtlinge in Schleswig-Holstein – Was wird getan?“

 Die Idee zu der Veranstaltung hatte Raja Reble, Referendarin für Wirtschaft/Politik und Deutsch, nach einem Klassenbesuch im Kieler Landtag. „Wir waren im November dort, als die Thematik gerade sehr aktuell war und kamen mit Abgeordneten ins Gespräch. Da die Zeit so kurz bemessen war, und die Schüler viele Fragen zur Flüchtlingsdebatte hatten, kam von Anke Erdmann das Angebot, sie in die Schule einzuladen.“ Neben der Grünen-Politikerin folgten der Einladung aus dem Landtagsparlament Ekkehard Klug (FDP), Astrid Damerow (CDU) und Sven Krumbeck (Piraten). Falk Stadelmann (SPD) und Sven Seele (SSW) gesellten sich aus der Kieler Ratsversammlung zur Gesprächsrunde.

 Das Thema der Integration stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Damit diese gelinge, sei es notwendig, Kontakte mit den Geflüchteten zu knüpfen, sagte Erdmann und nannte als Beispiel ihre Initiative „Dinner for all“, bei der Kieler einen gemeinsamen Kochabend mit Geflüchteten veranstalten. Krumbeck stimmte zu: „Leute haben immer Angst vor etwas, das sie nicht kennen. Wir können Ängste abbauen, indem der Kontakt zu etwas Alltäglichem wird.“

 FDP-Politiker Klug merkte an, dass ohne das ehrenamtliche Engagement und die Hilfsbereitschaft der Bürger die Integration nicht gelingen werde. Die Unterstützung seitens der Gesellschaft im vergangenen Jahr bezeichnete Ratsherr Stadelmann als „erstaunliche Leistung“ und rühmte dabei die entstandenen Bürgerinitiativen oder die Arbeit von Feuerwehren, Sportvereinen und Behörden. Auch SSW-Ratsherr Seele hob das Engagement in verschiedenen Stadtteilen als „vorbildlich“ hervor. „Es passiert eine ganze Menge“, pflichtete CDU-Abgeordnete Damerow ihren Vorrednern bei. Allerdings sei der Prozess der Integration gerade am Anfang: „Wir müssen beginnen, Strukturen zu schaffen. Wir brauchen mehr Informationen, damit Integration gelingen kann.“

 Die Fragen drehten sich im weiteren Verlauf der Diskussion um die Rolle der Schule bei der Integration, die Schließung von Erstaufnahmeeinrichtungen und die Details des Abschiebeverfahrens. Am Ende der Gesprächsrunde kam die Frage auf, was Schüler und Schülerinnen konkret tun könnten, um beim fortlaufenden Prozess der Integration zu helfen. „Ob in Arbeitsgemeinschaften an der Schule, in der freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein: Überall kann man etwas anstoßen, um mit praktischer Arbeit zu helfen und auch andere, die am Anfang gezweifelt haben, zu überzeugen“, sagte Stadelmann.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
Volontär

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