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Neuer Chef mit Faible für Gesang und Chormusik

Käthe-Kollwitz-Schule Neuer Chef mit Faible für Gesang und Chormusik

Malte Schulz hätte zum Einstand als neuer Schulleiter ohne Probleme gleich mehrere Konzerte geben können. Als Organist oder als Sänger eines Bariton-Solos zum Beispiel. Über die dafür nötigen Fähigkeiten verfügt der neue Chef des Kollegiums an der Käthe-Kollwitz-Schule jedenfalls.

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Als ausgebildeter Kirchenmusiker und Sänger liegt Malte Schulz der weitere Ausbau des ästhetischen Profils an der Käthe-Kollwitz-Schule ganz besonders am Herzen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Denn der gebürtige Hamburger hat in seiner Heimatstadt gleich zwei akademische Abschlüsse erworben: für das Lehramt an Gymnasien (Schulmusik, Biologie) sowie für Kirchenmusik an der Musikhochschule inklusive Gesangs- und Chorleiterausbildung. Auf ein Orgelkonzert an neuer Wirkungsstätte müssen Kollegen und Schüler zwar noch warten. Denn die Schule verfügt noch nicht über eine solche „Königin der Instrumente“. Trotzdem könnte man Malte Schulz demnächst in einer Gemeinde in Kiel oder dem Umland einmal als Musiker erleben. „Als Organist helfe ich ab und zu gerne mal aus, wenn es meine Zeit erlaubt.“

Dass sich der 56-Jährige vor Orgel-Spieltischen genauso sicher fühlt wie vor Schulklassen hat einen einfachen Grund: Vier Jahre lang wirkte Malte Schulz nach Ende des Studiums hauptamtlich an einer Eimsbütteler Kirchengemeinde als Kantor und Organist. „Doch als ich dann ein Angebot für eine Lehrerstelle in Hamburg bekam, musste ich mich entscheiden.“ Ganz losgelassen hat ihn die Leidenschaft für die Musik trotz der beruflichen Neuorientierung allerdings nie. So ließ es sich der Pädagoge zum Beispiel nicht nehmen, neben seinem letzten Amt als Orientierungsstufenleiter am Gymnasium Kaltenkirchen dort einen Pop-Chor aufzubauen.

Große Pläne des "Neuen"

Auch an neuer Wirkungsstätte hat Malte Schulz große Pläne, gerade was die Weiterentwicklung des ästhetischen Profils an der Käthe-Kollwitz-Schule angeht. Die Bildende Kunst sei zwar schon tief und fest verankert, auch eine Musical-AG gebe es schon. „Aber eine eigene, neue Fachschaft mit Kunst, Darstellendem Spiel, Musik und Sport, das wäre schon eine echte Weiterentwicklung zur Schärfung unseres Profils.“

Aber der seit Schuljahresbeginn amtierende Nachfolger von Susanne Schütz hat noch mehr Ideen, um das Traditionsgymnasium, das einst eine reine Mädchenschule war, voranzubringen. Diese Tradition ist bis heute spürbar, nach wie vor hat die Käthe-Kollwitz-Schule mehr weibliche als männliche Schüler. Künftig will Malte Schulz durch neue Angebote ganz gezielt auch Jungs für seine Schule begeistern: zum Beispiel durch Stärkung naturwissenschaftlicher Fächer oder mehr Sportangebote.

Doch zunächst plant der „Neue“, erst einmal in seinem neuen Job richtig anzukommen. Ganz bewusst unterrichte er neben seinen Management- und Leitungsaufgaben. „Denn wenn ich den Unterricht von Kollegen beurteilen soll, muss ich mich selbst ja auch mit fachlichen Anforderungen und Methodik auf neuestem Stand auskennen.“

Bei jedem Elternabend zu Gast

Ebenfalls ganz bewusst besucht Malte Schulz derzeit jeden Elternabend an der Schule, um sich auch dort als Ansprechpartner vorzustellen. Was er dabei vor allem zu hören bekommt? „Unterrichtsausfall beschäftigt die Eltern mit Abstand am meisten.“ Die Möglichkeiten einer Gegensteuerung seien begrenzt. „Ich kann manche Kollegen vielleicht zu Mehrarbeit ermutigen. Aber eine dauerhafte Lösung ist das natürlich nicht“, räumt Schulz ein. Vielleicht gelinge es ja darüber hinaus, den einen oder anderen „guten Referendar“ an seiner Schule zu halten. Oder die Zusammenarbeit mit anderen Gymnasien zur Eindämmung des Ausfalls noch zu intensivieren.

Inzwischen gut angekommen ist der gebürtige Hamburger in seiner neuen Wahlheimat. Bereits vor einem Jahr zog er nach Kiel zu seiner Partnerin, die ebenfalls Lehrerin in Kiel ist. Wo genau, will Schulz aber nicht verraten: „Tut ja nichts zur Sache.“

Neuer Job, neue Stadt, neue Herausforderungen – trotzdem bleibt Malte Schulz seiner alten Liebe weiter treu. So greift er nicht nur in die Orgeltasten, wenn Gemeinden in Kantor-Not ihn rufen. Er will auch weiter als Oratorien-Bariton „so etwa in vier bis fünf Konzerten pro Jahr“ solistisch in Erscheinung treten. Vielleicht irgendwann ja auch mal an „seiner“ Schule.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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