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Ein Dichter kommt selten allein

Käthes Kulturfrühling Ein Dichter kommt selten allein

Es war eine spannende Lesung von Kieler Autoren. So begann der Kulturfrühling an der Käthe-Kollwitz-Schule. Die Bandbreite war literarisch groß und bot auch einige Tipps für das Leben der Schüler.

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Begeisternd: Arne Rautenberg, Ole Petras und Christopher Ecker (von links) boten Oberstufenschülern der Käthe-Kollwitz-Schule einen Einblick in moderne Lyrik.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Kiel. Authentisch, lustig, durchgeknallt oder gruselig – die Assoziationen und Reaktionen der Oberstufenschüler der Käthe-Kollwitz-Schule waren nach der Premiere von „Käthes Kulturfrühling“ am Montagmittag genauso vielfältig wie die Veranstaltung selbst. Oberstufenleiterin Sinje Wischtukat hatte die Kieler Autoren Christopher Ecker, Arne Rautenberg und Ole Petras zu einer modernen Lyriklesung in die Aula der Schule eingeladen. Im Anschluss standen die Protagonisten den Schülern rund um das Thema Dichtung Rede und Antwort.

„Wir wollten mit dem Start von Käthes Kulturfrühling eine etwas andere Veranstaltung schaffen, die als Ritual einmal jährlich wiederkehren soll. Damit sollen Schüler als Publikum der Zukunft an bisher noch Unbekanntes herangeführt werden“, erklärte Wischtukat die Überlegungen hinter der Veranstaltung. Die kulturellen Bereiche möchte Wischtukat variieren. „Es kann jedes Mal etwas anderes sein: schauspielerische oder musikalische Darbietungen zum Beispiel. Mit der Autorenlesung haben wir nun begonnen, weil es sicherlich etwas ist, wovon die Schüler am weitesten entfernt sind“, begründete sie das Thema der Auftaktveranstaltung. Zudem stärke die Schule mit der Initiative ihr ästhetisches Gesamtprofil, ergänzte die Oberstufenleiterin.

Spektrum der modernen Lyrik

Den Kontakt zu den Autoren knüpfte Wischtukat über Ecker, Philosophie- und Deutschlehrer am Heikendorfer Heinrich-Heine-Gymnasium, der mit ihr zusammen das Referendariat absolvierte. „Ich finde es wichtig, mit solch einer Veranstaltung den Schülern einen Zugang zur Lyrik zu eröffnen, der keinen schulischen Hintergrund hat“, sagte Ecker. Da die drei Autoren ganz unterschiedliche Gedichte vortrügen, könne zudem das Spektrum der modernen Lyrik gezeigt werden, ergänzte er.

Während Ecker zum Teil mit vollem Stimm- und Körpereinsatz aus seinem Gedichtband „die montage der dienstage“ rezitierte, schilderte Ole Petras, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien der Uni Kiel, in ruhiger Tonlage alltägliche Episoden mit Titeln wie „1:0 für die digitale Welt“ oder „Menschen wie Zylinder“ in Gedichtform. Arne Rautenberg legte seinen Fokus auf Erzählgedichte, die größtenteils auf eigenen Erfahrungen beruhten. „Von solchen Rahmen gibt es eigentlich viel zu wenig. Für die Dichtung und Schüler ist es wichtig, dass man sich begegnen kann. Solch eine Veranstaltung kann ein Icebreaker sein und zeigen, dass das Berufsfeld des Dichters nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist“, erzählte Rautenberg, der unter anderem Lehrbeauftragter an der Muthesius Kunsthochschule ist.

"Wenn Sie Geld mögen, Finger weg von der Kunst"

So drehte sich die abschließende Fragerunde neben der Entstehung und der Interpretation von Gedichten auch um das finanzielle Auskommen der Protagonisten. „Machen Sie Sachen, auf die Sie Bock haben“, gab Petras den Schülern mit auf den Weg, schob jedoch mit einem Augenzwinkern nach: „Wenn Sie Geld mögen, Finger weg von der Kunst.“ Bei den Schülern kam die abwechslungsreiche Veranstaltung gut an. „Im Unterricht gehen wir die Klassiker aus jeder Epoche durch. Es wäre schön, wenn mal ein modernes Gedicht dabei wäre, das einen Bezug zu unserer eigenen Epoche hätte. Denn die Gedichte heute haben uns teilweise aus der Seele gesprochen“, erklärte Elisa Coronato (17). Lian Alipour (17) fand die Veranstaltung ebenfalls sehr gelungen: „Es lief anders, als ich gedacht hätte. Bei einer Lyriklesung denkt man vielleicht, dass es etwas langweilig werden könnte, aber die modernen und lebendigen Gedichte waren interessant und die Schüler haben viele Fragen gestellt.“

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Ein Artikel von
Florian Sötje
Volontär

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