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Mit den Büros kommen neue Jobs

Kaistraße 66 Mit den Büros kommen neue Jobs

Der Blick auf die Architekturentwürfe des geplanten siebengeschossigen Bürokomplexes an der Kaistraße 66 in Kiel könnte nicht unterschiedlicher ausfallen: Propst Thomas Lienau-Becker rügte in einem offenen Brief den „städtebaulichen Vandalismus“.

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An der architektonischen Gestaltung scheiden sich die Geister: Das siebengeschossige Bürogebäude entsteht an der Ecke zum Busbahnhof (links) direkt neben dem geplanten Hotel der Lindnergruppe an der Kaistraße.

Quelle: Visualisierung: Architektenbüro Willen Associates

Kiel. Der Ortsbeirat Mitte kann sich mit dem urbanen Charakter und der nachhaltigen Bauweise des dunklen Klinker-Gebäudes anfreunden. Die beiden Hauptmieter bringen, wenn vertraglich alles in trockenen Tüchern ist, durch Zuzug bzw. Erweiterung nach Angaben des Investors zusammen 80 bis 100 neue Arbeitsplätze nach Kiel.

Die Namen der potenziellen Mietinteressenten wollte Christian Deharde, Geschäftsführer der Wiesbadener KPE Projektentwicklungs GmbH, mit Hinweis auf die ausstehende Endabstimmung in der Sitzung des Ortsbeirates noch nicht preisgeben. Dabei war zumindest einer von ihnen mit dem Wunsch an KPE herangetreten, an diesem Standort in Kiel eine Immobilie zu entwickeln. Entscheidend war, betonte der Investor, die Nähe zum Hauptbahnhof. 16 Millionen Euro investiert die Gesellschaft in das Gebäude (Mietfläche 6200 Quadratmeter), das so umweltschonend und hochwertig wie möglich gebaut werden soll, um das Gütesiegel für nachhaltiges Bauen zu erhalten. Der typisch norddeutsche Klinkerbau sei in Anlehnung an den alten Stil der Umgebung entstanden, betonte Architekt Jürgen Willen, Inhaber des Architekturbüros Willen Associates. Unter der Brücke ist ein Innenhof geplant, der die Straße erweitert. Dort soll als Tor zur Kaistraße „eine Piazza“ mit einem Café entstehen – windgeschützt und weg von der viel befahrenen Straße. Auch die Idee, das Dach zu begrünen, die Technik im obersten Geschoss zu „verstecken“ wie auch Energiepfähle zu prüfen, die mit Erdwärme heizen und kühlen, kam ebenso an wie die Öffnung zum Busbahnhof durch Glas-Arkaden.

Viele Fragen bleiben offen

Dabei räumte Deharde ein, den jetzigen Entwurf mit einem lachenden und einem weinenden Auge vorzustellen: Der erste Entwurf war im Beirat für Stadtgestaltung durchgefallen und wurde in Abstimmung mit dem Gremium geändert. Derzeit wird der Bau einer Tiefgarage geprüft, was Deharde, der hofft, nach der Kieler Woche mit dem Bau beginnen zu können, gewaltig unter Termindruck setzen würde, da der Hauptnutzer im April/Mai 2017 einziehen will. Bisher sind 38 Parkplätze und genügend Raum für Fahrräder im Erdgeschoss auf der der Kaistraße abgewandten Seite geplant. Zu der Straße hin sollen, wie berichtet, Läden und Gastronomie entstehen. Eine schöne Entwicklung, die den Standort beleben könne, meinte Thies Petersen (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirats.

Beim Thema neues Weihnachtsdorf auf dem Rathausplatz ging es weniger harmonisch zu. Der Ortsbeirat hatte wie die Schausteller des traditionellen Marktes gegen einen Start des neuen Marktes bereits in diesem Jahr votiert. Eine Linie, der die Ratsversammlung aber nicht folgte: Mit breiter Mehrheit stimmte sie im März für die Adventspremiere mit zwei Märkten bereits 2016, kam aber mit einigen Änderungen den Bedenken der Budenbetreiber auf dem Holstenplatz und dem Ortsbeirat entgegen. So ist jetzt beispielsweise eine räumliche Trennung beider Märkte vorgesehen. Doch auch Wolfgang Sabrowsky, einer der beiden privaten Veranstalter des 60-Buden-Dorfes im Zeichen der Wichtel und skandinavischer Ausrichtung, konnte während der Sitzung nicht alle Zweifel ausräumen. Vor allem seine Erwartung, mit dem zusätzlichen Angebot auch neue Besucherströme in die Innenstadt locken zu können, stieß auf große Skepsis. Hans-Peter Nissen, Mitglied des Weihnachtsmarkt-Beirats, warf Sabrowsky vor, auszuweichen statt konkrete Angaben zu seinen Plänen zu machen. Rainer Tschorn (CDU) wünschte beiden Märkten Erfolg. „Das geht aber nur, wenn Sie sich abstimmen. Es wird Berührungspunkte geben“, mahnte er. Wie der Vorsitzende kritisierten etliche Mitglieder, dass nach wie vor ein Weihnachtsmarkt-Konzept der Stadt fehlt. Max Dregelies (SPD) ärgerte sich über den „Schweinsgalopp“, mit dem Fakten geschaffen werde. Was passiert mit dem Weihnachtsdorf, wenn eine Tiefgarage unter dem Platz gebaut werde? Was ist mit dem Eisfestival? Viele Fragen blieben offen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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