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Der Tunnelblick ist nicht von Dauer

Neue Leitungsrohre Der Tunnelblick ist nicht von Dauer

Der neue Düker unter dem Kanal von der Wik nach Holtenau wird verfüllt. 20 Rohre werden in ihm Platz finden. Durch sie wird nicht nur die gesamte Strom- und Datenversorgung der Schleusenanlagen verlaufen, sondern auch neue Wasser-, Fernwärme- und Abwasserleitungen werden dort Platz finden.

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Der Zielschacht in Holtenau wurde von dem Bohrgerät exakt getroffen. Aus der Tunnelröhre gehen die Leitungen an die Oberfläche.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Dieses Bild wird es nicht lange geben“, sagt Georg Lindner. Der Projektleiter des Dükerbaus unter den Holtenauer Schleusen schaut gern in die Röhre. Er steht in 30 Metern Tiefe in einem Schacht in Holtenau. In beinahe endloser Weite verliert sich der Blick in dem Tunnel in Richtung Wik. Nur das Licht von einigen Neonröhren erhellt das 20 Millionen Euro teure Bauwerk. Im September 2014 war auf der Wiker Seite der Schleusen der Startschuss gefallen. Der alte Düker war nicht nur baufällig geworden – seit seinem Bau 1914 hat wenig überraschend die Anzahl der Daten- und Stromleitungen deutlich zugenommen.

 Der neue Düker wurde deshalb großzügig geplant. 20 Rohre werden in ihm Platz finden. Durch sie wird nicht nur die gesamte Strom- und Datenversorgung der Schleusenanlagen verlaufen, sondern auch neue Wasser-, Fernwärme- und Abwasserleitungen werden dort Platz finden. „Und wir haben noch reichlich Reserven“, erklärt Lindner. Es passierte noch etwas, was heute bei öffentlichen Bauwerken in Deutschland eher die Ausnahme ist: „Die Arbeiten am Düker sind voll im Zeitplan und im Kostenrahmen geblieben“, sagt Lindner.

 Er lobte die Baufirma Züblin Spezialtiefbau. Mit großem Gerät war zunächst ein Versorgungsschacht auf der Wiker Seite 35 Meter tief gebohrt worden. In 417 Metern Entfernung auf der Holtenauer Seite entstand derweil ein 30 Meter tiefer Startschacht. Auf der Schleuseninsel sowie der Mittelmauer der großen Schleusenkammern wurden bis Mai Versorgungsschächte gebohrt. Von der Wiker Seite startete im Juli das Tunnelbohrgerät „Tine“. Selbst ein großer Findling auf Holtenauer Seite konnte „Tine“ nicht stoppen. Mehr als 120 Betonelemente wurden hinter ihr zu einem Tunnel zusammengeschoben.

 Das fertige Produkt ist jetzt kurz einsehbar. Bald beginnen Arbeiter damit, Kabelkanäle, Rohre sowie die Leitungen zu verlegen. „Diese Arbeit beginnt in den nächsten Tagen. Danach wird dann im nächsten Jahr der Düker mit Beton verfüllt“, sagt Lindner. Es war zunächst auch geprüft worden, den Düker nicht zu verfüllen. Schließlich haben aber Sicherheitsargumente gewonnen. Wenn es später zu einem Kurzschluss mit Brand komme, lasse sich der Schaden durch die Betonfüllung besser eingrenzen, erklärt Lindner.

 Die um fünf Meter abweichenden Tiefen beider Endschächte haben ihre Ursache in den unterschiedlichen Bauwerkstiefen der 1895 und 1914 eingeweihten Schleusen. Mit dem neuen Düker sind auch Reserven für zukünftige Bauprojekte vorhanden. „Wir haben auch die Möglichkeit, irgendwann eine fünfte Schleusenkammer zu bauen“, sagt Matthias Visser, Sachbereichsleiter Betrieb und Unterhaltung beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Aber das ist Zukunftsmusik. Zunächst genießen Visser und Lindner den Blick durch den noch unverfüllten Düker.

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