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Kanalfähre „Adler 1“ muss aus dem Wasser

Nord-Ostsee-Kanal Kanalfähre „Adler 1“ muss aus dem Wasser

Die Kanalfähre „Adler 1“ am Nord-Ostsee-Kanal muss eine Pause einlegen. Vom 23. Mai an wird die kleine Passagierfähre für voraussichtlich zwei Wochen ausfallen.

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Das Pfingstwochenende über wird die „Adler 1“ noch über den Kanal pendeln.

Quelle: Frank Behling

Grund ist ein Problem mit dem Antrieb der Fähre. In dem Öl des Ruderpropellers waren bei einer Routineüberprüfung Metallspäne entdeckt worden. Das Problem erfordert zwar keine sofortige Werftzeit, aber eine baldige Prüfung, wie die Reederei mitteilt. Die „Adler 1“ hatte bereits im Januar ein Problem mit dem Antrieb und war kurzfristig aus dem Wasser geholt worden. Da alle Werftplätze in Kiel belegt waren, musste „Adler 1“ nach Rendsburg zur Saatsee-Werft fahren. Dort wurde eine Undichtigkeit am Propeller repariert.

„In diesem Fall können die Arbeiten in Kiel bei der Werft Gebr. Friedrich erfolgen. Da ist die Anfahrt kürzer“, sagt Juliane Peter, Sprecherin der Reederei Adler Schiffe, zu der die Fähre gehört. Am 23. Mai soll die „Adler 1“ in Friedrichsort aus dem Wasser geholt und auf den Slip der Werft gezogen werden. „Danach wird der Antrieb komplett auseinandergenommen und überprüft. Dann wissen wir auf jeden Fall, wo die Späne herkommen“, sagt Peter. Da eine Reparatur und Ersatzteilbeschaffung ein paar Tage dauern kann, wurde gleich eine Werftzeit von zwei Wochen gebucht. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen“, sagt Peter. Da die Zulieferbetriebe jedoch viele Aufträge zu bearbeiten haben, könnte es zu einem längeren Ausfall kommen. Die Reederei Schlepp- und Fährgesellschaft musste gerade erst mehrere Wochen auf Ersatzteile für den Ruderpropeller des Schleppers „Holtenau“ warten. Der Kieler Schlepper musste gleich zweimal nach Dänemark ins Dock.

Die „Holtenau“ hat ähnlich wie die die „Adler 1“ einen drehbaren Ruderpropeller, der die Funktion von Schiffsschraube und Ruderblatt vereint. Der Propeller ist um 360 Grad drehbar. Derzeit gehen Reederei und Werft davon aus, dass die kleine Fähre aber schnell wieder im Einsatz ist. Am 6. Juni soll die Fähre wieder auf der Route zwischen der Wik und Holtenau pendeln. Für die Zeit dazwischen gibt es nach Mitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau einen Schiffsersatzverkehr mit einem Bus, der über die Hochbrücke pendelt. Gefahren wird zu den üblichen Fährzeiten zwischen 6.30 und 21.50 Uhr. Der Bus wird auch Fahrräder befördern. Die Fähre quert pro Tag 30 Mal den Kanal.

Die „Adler 1“ wird im Juni 32 Jahre alt. Das 14 Meter lange und 5 Meter breite Schiff war 1984 als Spezialanfertigung für die Fährlinie zwischen der Wik und Holtenau auf der Husumer Schiffswerft gebaut worden. Das Schiff hat einen MAN-Motor mit 160 PS. Damit kann die Fähre bis zu acht Knoten Höchstgeschwindigkeit erreichen. In dem 17 BRZ großen Schiff ist Platz für rund 50 Fahrgäste. Heute ist die „Adler 1“ die einzige reine Personenfähre auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Den Auftrag zum Betrieb der Fährlinie schreibt das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau jeweils alle fünf Jahre aus. Seit 1984 hat diesen Auftrag immer die aus Westerland auf Sylt stammende Reederei Adler Schiffe gewonnen. Die Reederei betreibt auf dem Kanal und in Kiel außerdem noch den Raddampfer „Freya“, das Partyschiff „Koi“ und das Ausflugsschiff „Adler Princess“. Diese drei Schiffe sind nach einer mehrwöchigen Winterpause frisch überholt aus den Werften zurück.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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