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„Das liegt nicht nur an den guten Genen“

Karl Schrautzer ist 100 Jahre alt geworden „Das liegt nicht nur an den guten Genen“

Gesunde Ernährung ist für ihn ein Muss, ebenso täglich die überregionale Zeitung zu lesen und Fußball im Fernsehen zu schauen: So verbringt Karl Schrautzer am liebsten seine Tage im Pflegewohnheim der DRK-Anschar-Schwesternschaft Kiel.

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Zum 100-jährigen Geburtstag von Karl Schrautzer gratulierten auch Amelia (links) und Finne aus der Kita im Heinrichs Familienhaus.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Am Sonntag feierte der gebürtige Dresdner seinen 100. Geburtstag. Und wer solch ein hohes Alter erreicht, bekommt auch viel Aufmerksamkeit geschenkt: Und so gratulierte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar dem 100-Jährigen sowie die Kinder aus der Kita im Heinrichs Familienhaus der DRK-Heinrich Schwesternschaft hielten ihm ein Geburtstagsständchen.

 Bei solch einem Anlass schaut man auch gerne mal auf sein Leben zurück: „Nach meinem Abitur in Dresden habe ich in Hannover Bauingenieurwesen studiert“, berichtet Karl Schrautzer. Während des Zweiten Weltkrieges ging er als Leutnant nach Italien, wurde dort als Zahlmeister verbeamtet, „sodass ich nicht an die vorderste Front musste. Da habe ich viel Glück gehabt und alles überlebt“, sagt er.

 Nach dem Krieg hat er bis 1953 in Hannover zu Ende studiert und ging dann nach Husum zum Bauamt in die Abteilung Wasserwirtschaft. Ende 1956 zog es ihn nach Itzehoe. „Ich habe immer was mit Wasser gemacht, dort habe ich zum Beispiel Entwürfe für Kläranlagen geprüft“, beschreibt Schrautzer. Sein großes Glück fand er bei seiner Frau, die er 1956 geheiratet hat: „Das hat mit uns beiden gleich geklappt, so etwas ist doch echt selten“, erinnert er. Einen Sohn haben beide bekommen, und „zwei Enkelkinder habe ich heute auch“. Seine Frau verstarb 1997, danach verkaufte er das Haus und zog in eine Wohnung in Kronshagen. Bis vor zwei Jahren, seitdem ist er im Pflegeheim.

 Mit 100 Jahren geistig und körperlich noch so fit zu sein, „das liegt nicht nur an den guten Genen. Ich habe immer sehr gesund gelebt und nie geraucht“, betont er. Auch Bewegung gehörte dazu: Beim Schwimmen und Wasserballspielen hat er an vielen Wettbewerben teilgenommen.

 Ernährung ist für ihn auch heute ein wichtiges Thema: „Ich kaue gut und langsam, esse gerne Gemüse und habe viele Fastenkuren gemacht“, beschreibt er. Seit einiger Zeit nimmt Karl Schrautzer an einem Projekt teil, das Lübecker Bewegungswelten heißt. Dabei werden seine geistige und körperliche Mobilität trainiert und beobachtet. Er macht sogar mehr Übungen als erforderlich – und das mit viel Freude.

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