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Kassiererin ließ klauen

1800 Euro Strafe Kassiererin ließ klauen

Kosmetika und Haushaltsbedarf im Überfluss: Als Kassiererin eines Drogeriemarkts saß die Angeklagte an der Quelle. Gemeinsam mit einer Freundin schaffte sie innerhalb von drei Monaten Waren im Wert von 2500 Euro aus der Filiale.

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Quelle: Arne Dedert/ dpa (Archiv)

Kiel. Am Donnerstag bat das Kieler Amtsgericht zur Kasse: Wegen besonders schweren Diebstahls muss die alleinerziehende Mutter 1800 Euro Geldstrafe (180 Tagessätze à zehn Euro) zahlen.

 Im September 2014 hatten die im Stadtteil Mettenhof lebende Frau (26) und ihre Bekannte noch locker „rumgewitzelt“: Nie reiche das Geld, da könnte man doch… Aus dem Gedankenspiel wurde Ernst. Die Angestellte der Drogeriekette ließ sich von der Freundin eine Wunschliste geben, verpackte die Produkte und stellte sie zum Abtransport bereit. Während die Angeklagte an der Kasse saß, konnte die Freundin den Laden in Kiel-Russee unbehelligt mit dem Diebesgut verlassen. Die Waren verstaute sie im Pkw der Mitarbeiterin. Am Abend wurde die Beute aufgeteilt. Während die in beengten Verhältnissen lebende Mutter überwiegend nach Scheuermilch, WC-Reiniger und Baby-Bedarf griff, schwelgte die Komplizin in Lippenstiften, Haartönungen, Body-Lotionen und teuren Parfums.

 Im Dezember machten zwei Ladendetektive der Treiben des Duos ein Ende. Bei Wohnungsdurchsuchungen stellte die Polizei einen Großteil der Beute sicher, darunter Kerzen für die Adventszeit. „Das war wirklich alles nur für den Eigenbedarf“, beteuert die nicht vorbestrafte Angeklagte mit brüchiger Stimme. Es tue ihr leid. Nun wolle sie dafür geradestehen. „Ich kann ihnen versprechen, dass ich mir nie wieder was zu Schulden kommen lassen werde“, verspricht sie dem Richter. Der wertet die Tränen als Zeichen ehrlicher Reue, wirft der Angeklagten jedoch vor, das Vertrauen ihres Arbeitgebers in mindestens vier Fällen ausgenutzt zu haben. Deshalb wiege ihr Tatbeitrag schwerer als der der Komplizin. Die war zuvor in einem eigenen Prozess mit 1000 Euro Geldstrafe (100 Tagessätze à zehn Euro) davongekommen. Nach ihrer fristlosen Kündigung durch die Drogeriekette fand die Angeklagte eine neue Stelle. Das Jobcenter stockt ihr spärliches Einkommen von derzeit knapp 600 Euro auf. Auch ihre Eltern und Großeltern unterstützen sie. „Denen habe ich mich vorher nicht anvertraut“, bedauert die Angeklagte.

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