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„Humor ist das stärkste Paar-Pattex“

Katja Kessler „Humor ist das stärkste Paar-Pattex“

Bei der Buch-Vorstellung bei Schuh Heinrich im Citti-Park sprach die in Kiel geborene Autorin Katja Kessler über „54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe“ und den Scheidungs-Virus. Im Interview erklärt sie, warum Schuhe für Mütter besonders wichtig sind.

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„Das war schon damals mein Tempel“, sagt Katja Kessler über das Schuhgeschäft Heinrich am Alten Markt. Was lag also näher, als in der Filiale im Citti-Park ihr neues Buch vorzustellen?

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Mit „Das muss Liebe sein“ hat die 1969 in Kiel geborene Kolumnistin Katja Kessler erneut einen Bestseller vorgelegt. Darin gibt sie – seit 15 Jahren glücklich verheiratet mit „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann und Mutter von vier Kindern – auf 352 Seiten „54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe“. Anlässlich der Vorstellung ihres Buchs bei Schuh-Heinrich im Citti-Park sprachen die Kieler Nachrichten mit der Autorin.

 Warum lesen Sie aus Ihrem Buch ausgerechnet in einem Schuhgeschäft? Sind Schuhe auch wichtig für eine glückliche Ehe?

 Für mich gibt es keinen schöneren Ort als ein Schuhgeschäft. Mein Mann und ich mussten neulich die Nachlassfrage klären. Für mich war dabei wichtig: Wer kriegt meine Schuhe? Meine ältere Tochter interessiert sich zwar nur für Reitstiefel, aber die jüngere, acht Jahre, übt jetzt schon auf meinen Highheels. Mein Mann steht meist ratlos vor den Pumps & Co., aber ich finde, man kann nie genug Schuhe im Schrank haben. Als Mutter von vier Kindern bin ich zwar auch mal in Gummistiefeln unterwegs, aber wenn ich kann, dann gebe ich richtig Gas und schnalle mir Hacken unter. Es gibt auch eine Verbindung zu Kiel. Ich kaufte als Mädchen meine Schuhe immer bei Schuh-Heinrich am Alten Markt. Das war schon damals mein Tempel.

 Ehe-Ratgeber gibt’s wie Sand am Meer. Was unterscheidet Ihren von den vielen anderen?

 Nach 15 Jahren Ehe hat man Mitspracherecht, da hat man schon die ein oder andere Schlacht geschlagen. Die besten Bücher waren immer die, die ich aus meiner Perspektive geschrieben habe, selbst wenn es ein „altes“ Thema war. Wie bei meinem Schwangerschaftsratgeber, wo mich der Verleger auch erst fragte, „warum noch einer“, der sich dann aber 500000 mal verkaufte und in 13 Sprachen übersetzt wurde. Wenn man hinter einer Sache steht, findet man auch seine Leser. Wie aktuell mein neues Buch ist, zeigt sich schon an den hohen Scheidungsraten. Jede zweite Ehe in der Stadt, jede dritte auf dem Land wird geschieden. Da fragte ich mich: Was kann man gegen den Scheidungs-Virus tun?

 Sie stellen Ihrem Buch ein Zitat Ihres Manns voran: „Könntest du dieses Buch noch schnell fertigschreiben, damit ich es dir schenken kann, bevor wir uns scheiden lassen?“ Hat also auch Ihr Mann Sie zum Schreiben statt zum Scheiden angeregt, zumal als „Vorlage“?

 Ja, das ist ein Original-Zitat, das für den Humor steht, in dem wir kommunizieren. Und Humor ist das stärkste Paar-Pattex. Als er das Buch las, meinte er: „Eigentlich müsste ich mich von mir selber scheiden lassen.“ Mein Mann ist Rohstoff und kein Fertigprodukt – die Lernfortschritte sind minimal, aber er ist willig. Er hat sehr typische Männermacken. Solche zu enttarnen, darum geht es in dem Buch: Verzeih deinem Mann, dass er nur ein Mann ist – dann funktioniert die Ehe.

 Sie belegen ihre Thesen oft mit Sätzen wie „Amerikanische Studien haben gezeigt ...“ Wie „belastbar“ sind solche Studien?

 In der Tat gibt es selbst für die krudeste These eine Studie, die sie belegt. Aber wenn man das Buch liest, denkt man oft: „Ich hab’s doch gewusst!“ Dann kommt die Studie und bestätigt dieses Gefühl. So korreliert etwa die Fremdgehenshäufigkeit mit der Hodengröße: Die männliche Mistfliege hat die größten Hoden, weil die Weibchen die größten Schlampen sind. Während der Gorilla vergleichsweise kleine hat, weil er sich seines Harems sicher sein kann. Und irgendwo dazwischen steht der Menschenmann. Das mag nicht „belastbar“ oder sogar Unsinn sein, aber es bestätigt die eigene Erfahrung, wenn man die Studie – wie die Ehe – mit Humor nimmt.

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