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Das Ziel ist wichtiger als der Zaun

Katzheide Das Ziel ist wichtiger als der Zaun

Beim Informationsspaziergang am Dienstagabend zum Freibad Katzheide in Kiel-Gaarden verlief wesentlich entspannter als der Beginn der Bürgerbeteiligung. Dennoch sei die Zukunft weiterhin offen.

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Badehose und Bikini hatte niemand dabei, trotzdem lockte Katzheide am Dienstag viele Besucher.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Vielleicht lag es an der frischen Luft und womöglich ein bisschen daran, dass es bei einem Spaziergang keine Sitzordnung gibt und das Denken in Freund-Feind-Lagern nicht so leicht fällt. Auf jeden Fall verlief der Informationsspaziergang am Dienstagabend deutlich entspannter als genau eine Woche zuvor der von vielerlei Aufgeregtheiten geprägte erste Akt der Bürgerbeteiligung zu Katzheide.

Frank Löser, Chef der Kieler Bäder GmbH, verkündete bei der Begrüßung der etwa 60 Teilnehmer ebenfalls Entspannendes. Bis Ende April soll die Folie im Schwimmerbecken dicht sein, danach muss das Bad desinfiziert werden, und die Saison kann beginnen. Das allerdings ohne Pommes und Eis. Der Kiosk-Pächter hat laut Löser altershalber aufgehört, ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

 Hanno Treuer vom Sportamt betonte derweil zum wiederholten Mal, dass in Sachen Zukunft von Katzheide alles „vollkommen offen“ sei. Die Ratsversammlung habe lediglich die Vorgabe gemacht, dass das Bad erhalten werden soll, „die Frage um das Wie versuchen wir jetzt zu klären“.

 Eine wichtige Rolle spielt in dieser Wie-Frage die von der Stadt angestrebte Öffnung des Freibadgeländes zum Sportpark hin. „Wo sollen die Zäune stehen?“, fragte eine Frau und bekam von Frank Löser die Antwort, dass das Ziel erst einmal wichtiger als der Zaun sei. Er empfahl den engagierten Bürgern, sich vom jetzigen Bild des Bades zu lösen und Katzheide einfach mal neu zu denken. Letztlich geht es aus Sicht des Bäder-Geschäftsführers um die „sinnvollste Lösung“ – auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht.

 Was im Idealfall darauf hinausliefe, dass das derzeit pro Jahr 300000 Euro umfassende Defizit durch städtische Investitionen etwa in Becken oder Sanitäranlagen zunächst zwangsläufig steigen, aber durch Einsparungen bei den Betriebskosten sogleich aufs alte Niveau gedrückt würde. Die derzeit 2300 Quadratmeter Wasserfläche auf den deutschen Freibad-Schnitt von 1700 bis 1800 Quadratmeter zu reduzieren und dazu womöglich durch teilweise geringere Tiefen Volumen zu sparen, könnte beispielsweise die Kosten für Heizung und Wasser drastisch reduzieren. Vorgeschlagen wurde auch, nachts die Becken abzudecken, um Wärmeverluste zu vermindern.

 Weitgehend unumstritten war Lösers Befund, wonach die Erneuerung der Becken die entscheidende Baustelle ist. Die 20 Jahre alte Folie sei „bretthart“ und auf Dauer nicht zu erhalten. „Es geht darum, ob wir immer wieder flicken und in zehn Jahren eine Unsumme ausgegeben haben oder gleich etwas Sinnvolles machen“, beschrieb Löser seinen Standpunkt. Und wirklich sinnvoll sei für ein Freibad eigentlich nur ein Edelstahlbecken: „Wenn da was kaputtgeht, kommt einer von HDW und schweißt es zusammen.“

 Eher skeptisch betrachteten viele Spaziergänger die Möglichkeiten einer Öffnung zum Sportpark. Ans Schwimmerbecken grenzen gleich die Fußballfelder von Inter Türkspor, direkt neben dem Planschbecken befindet sich der Minigolf-Platz, so dass nur der relativ kleine Hang Richtung Coventryplatz als Überschneidungsfläche bliebe.

 Vielleicht mangelt es bei diesem Thema aber auch noch etwas an Fantasie. Dem Löser-Vorschlag folgend, das jetzige Katzheide-Bild auszuklammern und eine Reduzierung der Wasserflächen voraussetzend, könnte sich schließlich auch ein neuer Blick auf die Freiflächen ergeben.

 Vertieft werden sollen die gewonnenen Eindrücke bei einem Workshop im April. Der genaue Termin steht noch nicht fest, es soll aber ein Sonnabend sein und ungefähr vier Stunden dauern.

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Freibad in Kiel-Gaarden
Foto: Zwei Stunden lang wurde erst einmal unterm Kirchendach diskutiert, danach unternahmen die Katzheidefreunde dann aber auch noch einen kleinen Spaziergang durch das Freibadgelände.

Deutlich harmonischer als der Planungsworkshop drei Wochen zuvor verlief am Freitagabend der Auswertungsspaziergang zur Katzheide-Zukunft. Wegen des regnerischen Wetters fand er zwar weitgehend in der Sozialkirche neben dem Schwimmbad statt, doch die Botschaften kamen auch so rüber.

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