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Starke Stimmen fürs Schwimmen

Katzheide Starke Stimmen fürs Schwimmen

Viel Unverständnis, immer wieder großes Misstrauen, aber auch viele Ideen: Das prägte am Dienstag den Auftakt der Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung des Sommerbads Katzheide. So gut wie alle der etwa 100 Besucher waren sich dabei einig, dass das Bad seine 50-Meter-Bahn behalten und eine echte Schwimmstätte bleiben soll.

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Einigkeit herrschte darüber, dass Katzheide attraktiver und auch energetisch moderner werden soll.

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Gaarden. „Es ist nicht die Aufgabe, eine Zukunftsperspektive für das Schwimmbad zu finden.“ Diskutiert werden solle vielmehr darüber, „wie dieses schöne Gelände und der Sportpark zusammenfinden können“. Mit diesen einleitenden Sätzen irritierte Stadtrat Gerwin Stöcken in der Mensa der Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule einen Großteil des Publikums, dem eben gerade die Zukunft von Katzheide am Herzen liegt. Vom Gefühl, „in der falschen Veranstaltung zu sein“, sprach hernach nicht nur Grünen-Ortsbeirätin Edina Dickhoff, sondern auch der Linke Rolf Schrem, der den Ortsbeirat in der als Mittlerin zwischen Stadt und Einwohnern eingesetzten Brückengruppe vertritt. „Für uns steht Katzheide im Vordergrund.“

Das Unverständnis verstärkte sich, als auch nach Stöckens Begrüßungsrede viel über den Sportpark gesprochen wurde. Landschaftsarchitektin Maria Julius und Sportstättenplaner Thomas Albertin hoben hervor, dass das sehr große, sehr schöne und einem Park gleichende 3,8-Hektar-Gelände von Katzheide nur etwa drei Monate im Jahr nutzbar sei und ansonsten hinter Zäunen und dichten Hecken verschwinde. Darüber nachzudenken, dieses Areal zum Sportpark hin zu öffnen und ganzjährig erlebbar zu machen, das biete sich geradezu an.

Katzheide soll moderner werden

Gesprochen werden soll außerdem darüber, ob das an Himmelfahrt 1960 eröffnete Bad in seinen Dimensionen noch in die Zeit passt. 2300 Quadratmeter Wasserfläche liegen laut Albertin „weit über dem Durchschnitt“, der in Deutschland mittlerweile 1500 bis 1800 Quadratmeter beträgt. Und schließlich sehen die Experten eine Baustelle im drastisch gesunkenen Besucherzuspruch. 73 000 Badefans kamen im Jahr 2000 nach Katzheide, gerade noch 33000 im Jahr 2012, und vergangenes Jahr waren es bei allerdings stark eingeschränkter Nutzung nur 7500. Unterm Strich bleibt in einem mittlerweile normalen Jahr ein jährliches Defizit von 300 000 Euro, so dass jedes Ticket mit etwa 9 Euro bezuschusst werden muss.

Relativ einig war man sich im Saal, dass Katzheide attraktiver und auch energetisch moderner werden soll, um diesen Fehlbetrag zu senken. Skepsis machte sich dagegen in Sachen Öffnung zum Sportpark breit. Auf die Schutzfunktion von Zäunen und Hecken wurde verwiesen, erst recht auf den von Hanno Treuer vom Sportamt bestätigten Fakt, dass Badestellen aus Sicherheitsgründen stets umzäunt sein müssen.

"Katzheide: JA"

Andreas Regner von der Bürgerinitiative „Katzheide: JA!“ verwies darauf, dass Katzheide seitens der Stadt schon immer als wichtiger Teil des Sportparks betrachtet worden sei. Die Verantwortlichen hätten es nur versäumt, dies umzusetzen. Die Initiative sehe den Sinn der Bürgerbeteiligung darin, das Bad zu erhalten und zu stärken. Den Charakter als beheiztes Schwimmbad erhalten, nicht an der 50-Meter-Bahn rütteln, ein schlüssiges Sanierungskonzept ausarbeiten, zeitnah den kompletten Umkleide- und Sanitärbereich renovieren, das sind für den Katzheide-Verein die Eckpfeiler.

An ersten originellen Ideen mangelte es in dieser von Ute Fischer-Gäde behutsam moderierten Runde ebenfalls nicht. Andreas Halle von den Piraten plädierte dafür, das Freibadgelände gastronomisch zu beleben, sprach von einem „Beach-Club“ und kulturellen Angeboten am Abend.

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