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Kein Gasanschluss am Fördeufer

Versorgung per Pipeline Kein Gasanschluss am Fördeufer

Die Motoren sind bestellt, das Fundament wird bald bereitet, und der Plan für ein möglichst umweltverträgliches Kraftwerk für Kiel steht. 20 Jenbacher Flextra-Gasmotoren werden das Herzstück der Anlage in Hasselfelde sein, die im Frühjahr 2018 den Betrieb aufnehmen soll.

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Auf dieser Fläche wird das neue Kraftwerk am Ostufer gebaut. Das Gas soll nach den bisherigen Planungen ausschließlich auf dem Landweg nach Kiel gelangen. Trotz der idealen Lage am Wasser.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Hamburg. Das Kraftwerk steht zwar direkt am Wasser, bekommt sein Gas aber nur über eine Pipeline aus Russland oder der Nordsee.

Eine alternative Versorgung mit verflüssigtem Erdgas (LNG) auf dem Seeweg ist nicht geplant. Auf dem Kreuzfahrt-Kongress in Hamburg sorgte diese zögerliche Vorgehen der deutschen Häfen, darunter auch Kiel, für viel Gesprächsstoff. Offiziell gab es zwar keine Kritik an den Kieler Planungen. Am Rande des Kongresses wurde aber Unverständnis für die Entscheidung geäußert, ausschließlich auf den Landtransport zu setzen.

 „Die Belieferung mit Gas über die Pipeline ist zurzeit für uns wirtschaftlich und ökologisch die einzige Alternative“, sagt Jörg Teupen, Technikvorstand der Stadtwerke Kiel. Als die Kraftwerksplanungen vor Jahren begannen, sei verflüssigtes Erdgas (LNG) in Europa noch kein Thema gewesen. In Wilhelmshaven stampfte Eon im Jahr 2008 die Planungen für ein LNG-Terminal ein. Doch das Blatt hat sich inzwischen gewendet – nicht zuletzt durch die Entwicklung in Russland. Inzwischen gilt LNG als der Brennstoff mit Zukunft. Die Beschaffung auf dem Weltmarkt ist einfacher, weil die Lieferung von LNG nicht an Pipelines gebunden ist.

Beim Kreuzfahrtkongress wurde am Mittwoch eine neue Logistik vorgestellt, die ab 2018 verflüssigtes Erdgas mit einem Tanker in die Ostseehäfen bringen soll. „LNG ist für uns die Zukunft. Es funktioniert in den Niederlanden, in Belgien und in Frankreich. Nur in Deutschland ist es irgendwie nicht so einfach“, kritisierte Monika Griefan, Umweltdirektorin von der Reederei Aida. Die Zahl der Schiffe mit einem Gasantrieb steigt. Die Hamburger Firma Bomin Linde gab den Bau eines Versorgungstankers für Ostseehäfen bekannt. Er soll auch Kiel, Lübeck und Rostock beliefern, wie das Unternehmen bestätigte.

Einen Terminal am neuen Gaskraftwerk in Kiel soll es aber nicht geben. Der Tanker wird das aus Norwegen stammende LNG von einem Lagerschiff aus Klaipeda (Litauen) holen und nur Schiffe in Kiel betanken. „Der Seehafen Kiel setzt sich derzeit mit dem Thema LNG intensiv auseinander und führt Gespräche mit Klassifikationsgesellschaften und potenziellen Versorgern. Planungen für ein LNG-Lager im Hafen gibt es derzeit allerdings nicht – auch nicht für das Kraftwerksgelände Hasselfelde“, sagt Hafenchef Dirk Claus.

Für die Zukunft wollen die Stadtwerke einen Gas-Anschluss für Schiffe aber nicht nicht völlig ausschließen. „Das hängt natürlich auch immer von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Das LNG kommt mit 162 Grad Minus an und muss vom flüssigen wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt werden“, sagt Teupen.

Für ein Kraftwerk nachträglich eine Versorgungsmöglichkeit auf dem Seeweg einzurichten, wäre in Kiel nichts Neues. 2003 nahm das Gemeinschaftskraftwerk die Kohlepier in Betrieb, um von Kohle-Lieferungen auf dem Bahnweg unabhängig zu werden. Zeitweise kamen danach bis zu 300.000 Tonnen Kohle pro Jahr per Schiff.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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