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„Key-Search“ Auf der Suche nach dem Ausgang

„Live-Exit-Spiele“ ermöglichen, Computerspiele in der Realität zu erleben. Mit „Key-Search“ können Fans jetzt auch in Kiel Rätsel lösen und selbst Teil eines Abenteuers werden.

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Die sechs Freunde Lynn Rohwer, Simon Klingl, Mattis Schröder, Michelle Jouy, Jacob Ahrens und Philipp Einfeldt (von links) wollen den Schlüssel unbedingt finden.

Quelle: Kaniecki

Kiel. „Ist das aufregend“, freut sich Studentin Michelle Jouy, als sie das kleine Zimmer betritt. Auch die Augen ihrer Mitspieler Philipp Einfeldt, Lynn Rohwer, Mattis Schröder, Jacob Ahrens und Simon Klingl leuchten auf, als sie nur mit einer Sanduhr bewaffnet den kleinen Raum betreten. Und das, obwohl dieser auf den ersten Blick alles andere als spektakulär aussieht: ein Sofa, Schränke, Bücherregale von Ikea und das eine oder andere Wandbild. Doch spätestens als Spielleiterin Merle Schöttke die Gruppe in dem kleinen Raum einschließt, wird klar, dass dieser Raum keineswegs langweilig ist. Die sechs Freunde sind mitten in einem Computerspiel.

 Die sogenannten „Live-Exit-Spiele“ basieren auf Computerspielen, bei denen man Hinweise finden und Rätsel lösen muss, um einem Raum zu entkommen. Doch statt vor dem Computer erleben die Mitspieler das Spiel nun hautnah. Seit dem vergangenem Jahr gibt es das Angebot „Key-Search“ in Kiel. Dominik Piekarski und Merle Schöttke betreiben das Rätselabenteuer nebenberuflich. Alle Kniffeleien haben sie sich selbst überlegt. Gruppen mit bis zu sechs Teilnehmern können für insgesamt 60 Euro an dem Spiel teilnehmen.

 Die sechs Kieler haben eine Stunde Zeit, um die Zahlenschlösser an drei geheimnisvollen Schatullen zu öffnen, die Rätsel darin zu lösen und dadurch den Zimmerschlüssel zu bekommen. „60 Prozent der Spieler haben Erfolg“, so Schöttke. Manche Hinweise sind bei der Suche leichter erkennbar als andere. „Bitte verrückt keine großen Möbelstücke“, bat Schöttke die sechs Teilnehmer deshalb, bevor sie in den Raum gelassen wurden. Sie hat schon Erfahrungen mit übereifrigen Gästen gemacht. „Einige wühlen zunächst wild alles aus Schränken und Regalen raus, andere gehen gezielter vor“, so Schöttke. Falls es zu sehr ausartet oder die Gruppe an einer Aufgabe feststeckt, kann Schöttke eingreifen, denn sie beobachtet das Spiel über eine Webcam. „Hier ist alles voller Kleinigkeiten, die komplett wahllos erscheinen, aber bestimmt wichtig sind“, vermutet Mitspieler Simon Klingl und durchsucht das Areal gründlich. Die anderen Spieler machen sich, wenn auch unkoordiniert, ebenfalls an die Arbeit. „Die zahlreichen Requisiten sind auch Ablenkung“, so Schöttke. Schließlich soll keiner auf Anhieb erkennen, welcher Gegenstand wichtig ist. Aus der anfänglichen Begeisterung der jungen Spieler wird schnell Ehrgeiz. Sie stellen fest, dass sie ihr Vorgehen besser durchdenken müssen. Die Gruppe teilt sich ein: Eine Hälfte durchsucht systematisch den Raum, während die anderen versuchen, die bisherigen Rätsel zu lösen.

 Nach einer halben Stunde kommt es zur ersten Herausforderung. Die sechs Spieler sind sich sicher, dass sie die richtige Zahlenkombination herausgefunden haben, aber das Schloss geht nicht auf. Die Sanduhr läuft unerbittlich ab. Nervosität macht sich breit. Was ist schief gelaufen? Erst der hilfreiche Tipp, der von Schöttke unter der Tür durchgeschoben wird, bringt die Auflösung. Der Zahlencode war richtig. Nur durch die zittrige Anspannung haben die Key-Searcher das Schloss nicht aufbekommen.

 Auch wenn der Tipp das Spiel wieder in Gange bringt, haben die sechs wertvolle Zeit verloren und schaffen das letzte Rätsel nicht in der vorgegebenen Stunde. Noch während sie beratschlagen, öffnet sich die Tür. „Nein!“, platzt es aus allen gleichzeitig heraus. Game over! Obwohl die Enttäuschung bei allen ein wenig zu spüren ist, ziehen die Spieler ein positives Resümee. „Eigentlich haben wir es ja geschafft“, so Schröder, „zum Glück gab es keine Rätsel, die für mega viel Frust gesorgt haben. Alles war schaffbar.“ Besonders die Offenheit des Spiels gefällt ihnen. „Obwohl wir alleine und ohne Anleitung im Raum waren, hat man verstanden, was zu tun ist“, findet Klingl.

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