21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Asbest: Marine legt Tanker still

Kiel Asbest: Marine legt Tanker still

Die Deutsche Marine legt ihre ältesten Tanker still. Die fast 50 Jahre alten Betriebsstofftransporter „Ammersee“ und „Tegernsee“ sollten eigentlich noch einige Jahre fahren. Bei einem routinemäßigen Werftbesuch kam jetzt aber für die beiden Schiffe das Aus.

Voriger Artikel
Jugend überraschte Politiker mit Visionen
Nächster Artikel
Sie bewegen den Stadtteil

Die „Ammersee“ und „Tegernsee“ (Foto) waren die letzten aktiven Marinetanker der Lindenau-Werft. Sie wurden vor 50 Jahren in Kiel-Friedrichsort gebaut. Weil sich im Aufbau Asbest befindet, verzichtet die Bundeswehr künftig auf die Schiffe.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In den Aufbauten wurden Baustoffe mit dem krebserregenden Asbest gefunden. Das bestätigte das Marinekommando in Rostock. Beide Schiffe sollten eigentlich bei den Werften in Elsfleth und Wilhelmshaven noch eine Instandsetzung durchlaufen.

 Für die Marine kam diese Entwicklung völlig überraschend. Eigentlich waren beide Schiffe noch für viele Jahre fest eingeplant. Die Asbestfunde im Aufbau haben diese Pläne jedoch über den Haufen geworfen. Eine Sanierung der noch als Einhüllenschiffe gebauten Tanker sei angesichts des hohen Alters nicht mehr wirtschaftlich vertretbar, hieß es bei der Marine. Der genaue Umfang der Asbestmenge sei nicht genau feststellbar, da alte Unterlagen über den Bau der Schiffe bei der Kieler Lindenau-Werft fehlen.

 Die 74 Meter langen Tanker werden ihre letzte Fahrt ins Marinearsenal nach Wilhelmshaven mit Schlepperhilfe antreten. Dort soll die Außerdienststellung vorbereitet werden. Ein Prozess, der noch ein paar Monate dauern wird. Grund dafür ist der Ausbau der noch zur Weiterverwendung vorgesehenen Komponenten. Und auch für die 40 zivilen Besatzungsmitglieder muss noch eine Anschlussverwendung gesucht werden. Erst danach soll das Tankerduo zur Verwertung veräußert werden.

 Die „Ammersee“ und „Tegernsee“ gehörten in der Bundesmarine zur Schiffsklasse 703. Vier Schiffe umfasste dieser Typ ursprünglich. Zwei dieser Schiffe wurden bereits vor Jahren stillgelegt. Das Typschiff der 1964 bei Lindenau bestellten Klasse war die „Walchensee“. Die „Ammersee“ war in Kiel stationiert, die „Tegernsee“ hatte an der Jade ihren Heimathafen. Aufgabe war die Versorgung von Marineeinheiten bei Übungen und Auslandsfahrten.

 „Bei der Versorgung kleinerer Einheiten der Marine entsteht hier zwar eine Fähigkeitslücke“, teilte ein Sprecher des Marinekommandos mit. Diese Lücke solle durch das Betanken im Hafen sowie den Rückgriff auf die Tender der Klasse 404 kompensiert werden. Die Marine verfügt über sechs Tender, die in Warnemünde, Kiel und Eckernförde beheimatet sind.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3