21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Auf dem Sprung nach San Francisco

Jungunternehmer aus Kiel Auf dem Sprung nach San Francisco

Gerade hat Raoul Plickat sein zweites Unternehmen gegründet. Der Schüler des Kieler Wirtschaftsgymnasiums der Wirtschaftsakademie führt verglichen mit seinen Altersgenossen ein ungewöhnliches Leben: Am kommenden Wochenende ist der 21-Jährige auf eine Konferenz für junge Gründer nach San Francisco eingeladen, wo er einen der Mitbegründer von Paypal treffen wird.

Voriger Artikel
Ein Rezept bürgt für Qualität
Nächster Artikel
Das Ende einer Kameradschaft

Raoul Plickat entwickelte bereits 2013 eine eigene Sportkollektion. Er ließ dafür T-Shirts in China produzieren und verkaufte sie in Deutschland.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Diese Woche steht ein Gedankenaustausch mit einem Investor in Dubai auf dem Programm.

 Bereits 2013 entwickelte Plickat eine eigene Sportkollektion. Er ließ dafür T-Shirts in China produzieren und verkaufte sie in Deutschland. Jetzt setzt er bereits seine nächste Unternehmensidee um: Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung namens Wooya, die sich Vertriebsprozessen im Internet widmet. Vier Mitarbeiter entwickeln automatisierte, auf das Benutzerverhalten abgestimmte Online-Vertriebslösungen und beraten ihre Kunden im gesamten Spektrum des Online-Marketings.

 Auch die Einladung für den „Thiel Foundation Summit“ in San Francisco, einem Zusammentreffen junger Menschen mit kreativen Ideen, bestätigt nach Angaben der Wirtschaftsakademie Raoul Plickart darin, dass er einiges richtig zu machen scheint. Ausgerichtet wird die Konferenz von der Stiftung des Investors Peter Thiel, Co-Gründer von Paypal, der damit die Sicherheit des elektronischen Zahlens im Internet revolutionierte, aber auch durch viele Internetinvestitionen wie beispielsweise in das soziale Netzwerk Facebook, das Wohnungsportal AirBnB und der Musikplattform Spotify bekannt wurde. Raoul Plickart wird der einzige deutsche Teilnehmer in San Francisco sein. Das ist eine große Chance für den Jungunternehmer.

 Es liegt dem Gymnasiasten aber nicht nur der eigene Erfolg am Herzen. Er möchte sein Wissen und Erfahrungen weitergeben. Deshalb richtet er regelmäßige Gründertreffen in Kiel aus, wo er sich mit anderen austauscht. Nach Praktika in einer Stahlbaufirma in Dubai und einer großen Kaffeerösterei in Hamburg war „das Feuer des Unternehmertums in mir entfacht“, erzählte er einmal in einem Interview. Konsequenterweise verließ der gebürtige Bredenbeker im Spätsommer 2012 das Rendsburger Helene-Lange-Gymnasium, um sich am Wirtschaftsgymnasium in Kiel auf eine Unternehmerkarriere vorzubereiten. Jetzt stehen für Raoul Plickat die mündlichen Abiturprüfungen vor der Tür. Anfang des Jahres hat er bereits sein schriftliches Abitur geschrieben.

 Wenn man ihn danach fragt, wie er all das schafft, so sind wenig Schlaf und viel Disziplin die Antwort. Außerdem hat er sich selbst das Speedreading beigebracht, eine Form des besonders schnellen Lesens. Doch ein Unternehmen zu führen, Abitur zu machen und nebenbei noch ein Privatleben zu haben, ist nicht einfach. Auch seine Beziehung habe darunter gelitten, sodass sich seine Freundin von ihm trennte, gibt er offen zu. „Ich habe einfach zu viel gearbeitet. Das würde ich jetzt nicht mehr so machen. Ich habe daraus gelernt – aber ich bereue es nicht“, sagt Plickat.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3