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Bildband über Stadt-Architektur

Kiel Bildband über Stadt-Architektur

Die Landeshauptstadt in einer Reihe mit Stockholm, Kopenhagen oder Helsinki: Dieser Vergleich ist in den Augen der Kunsthistoriker Prof. Uwe Albrecht und Dr. Regina Becker gerechtfertigt. Dabei haben sie nicht die Größe, sondern die besondere Lage an der Ostsee vor Augen. Und die bedeutet für die Herausgeber ihres neuen Buches auch Chancen für Architektur und Ästhetik.

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Neu erschienen: das Architektur-Buch über Kiel mit dem Thema „Urbaner Raum im Zeichen des Meeres“.

Quelle: Gabi Asmus

Kiel. So heißt der Buchtitel folgerichtig:„Kiel – Urbaner Raum im Zeichen des Meeres“. Becker, inzwischen Lehrbeauftragte am Kunsthistorischen Seminar der Uni Hamburg, und Albrecht, Professor am Kunsthistorischen Institut der Uni Kiel, legen mit diesem Buch gedruckt das nach, was sie 2011 mit der Reihe Architectura vorgelegt hatten: Konferenz, Ausstellung, Workshop und eine Reihe für „Junge Forscher“ zählten zum umfangreichen Programm. Nun sind Beiträge von nationalen und internationalen Architekten in dem Fachbuch nachzulesen.

 Die Herausgeber hoffen auf Resonanz bei allen, die an Kiels Stadtgeschichte, Architektur und Weiterentwicklung Interesse haben. „Wir haben bewusst das große Format gewählt für eine ansprechende Präsentation“, erklärt Becker das ungewöhnliche Format von 21 mal 27 Zentimetern. Auf dem kommen viele alte Postkarten aus dem Stadtarchiv zur Wirkung: mit Blick auf Rathaus und Stadttheater oder vom Rathausturm über die Altstadtinsel auf den Kriegshafen.

 Kiel und seine Entwicklung stellt Albrecht vor und darüber hinaus Forderungen für die Zukunft. An vielen Stellen seien die Bezüge von Architektur und Wasserflächen unterbrochen – zum Beispiel durch Straßen und Hafenanlagen. Beim Blick ins Buch fordert Becker: „Wir müssen den Menschen auch die Möglichkeiten eröffnen, sich über diese Grenzen hinweg besser zu bewegen.“ Die Stadt könne außerdem mit Architekten-Wettbewerben aktiv eingreifen: „Wir können doch die Stadtgestaltung nicht dem freien Spiel der Finanzmärkte oder der Investoren überlassen.“

 Zu den Autoren zählt auch Deert Lafrenz, früher Dezernent am Landesamt für Denkmalpflege. Er zeichnet den langen Weg zum Großbau des Kieler Rathauses nach: „Das war in seiner historischen Form von 1911 stilgeschichtlich ohne Zweifel in der Kaiserzeit auf dem Gebiet des Verwaltungsbaus ein Höhepunkt.“ Der Denkmalpfleger stellt den Kieler Bau in eine Reihe mit den alten Rathäusern in Kopenhagen, Stockholm und Oslo. Provokativ meldet sich Dieter-J. Mehlhorn zu Wort. Der Kieler Architekt und Städteplaner findet es „skandalös, dass die Bundeswehr die Flächen, die ihren Vorgängern einstmals fast geschenkt wurden, nun zu Höchstpreisen verkauft, statt die Kommunen durch kostenfreie Besitzübertragung zu unterstützen“. Er sieht es auch als Aufgabe der Stadtplanung, Menschen in die Innenstadt zu locken, die nicht nur kaufen, sondern auch etwas erleben wollen.

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