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Cambridge beeindruckte die Tischler sehr

Kiel Cambridge beeindruckte die Tischler sehr

Junge Menschen bestmöglich auf einen dynamischen und zunehmend europäischen Arbeitsmarkt vorzubereiten, das hat sich das Regionale Berufsbildungszentrum 1 vorgenommen und baut derzeit ein Netzwerk an kooperierenden Schulen im Ausland auf.

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Zwei Wochen Praktikum an der Berufsschule in Cambridge: RBZ1-Lehrer und Auszubildende aus den Bereichen Tischlerei, Zimmerei und Straßenbau haben viele neue Erfahrungen mitgebracht.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. So zum Beispiel im englischen Cambridge.

 Fachlehrer Roman Spauka vom RBZ1 hat selber mal in Cambridge gewohnt, nahm bei einem Besuch dort Kontakt zur Berufsschule auf und stieß sofort auf Begeisterung mit seiner Idee für eine Kooperation und einem Austausch. „Ein halbes Jahr hat es dann gedauert, nach passenden Betrieben und Unterkünften zu schauen und ein Rahmenprogramm mit fachspezifischen Sprachkursen und fachübergreifenden Workshops zu erstellen“, sagt er. Das klappte reibungslos und so fuhren im Mai 15 angehende Tischler, Zimmerer und Straßenbauer für zwei Wochen nach Cambridge. Hinein in den Alltag einer Berufsschule mit 13500 Schülern, 700 Angestellten und Ausbildungen in 50 Berufen.

 Anna Ulmer ist im ersten Lehrjahr zur Tischlerin (Betrieb Muhlack). „Die sind dort prima ausgestattet, haben verschiedene Hallen für die Berufe. Wir bekamen im College viel Hilfe und Ansprechpartner“, beschreibt die 22-Jährige. Doch ihr sei auch aufgefallen, dass die Auszubildenden nicht ganz so leidenschaftlich in ihrem zukünftigen Beruf seien. „Einige wirken eher unmotiviert, das kann aber auch an dem Druck liegen, der in Deutschland größer ist“, vermutet Hendrik Hameister, 22 Jahre und angehender Straßenbauer (SF Straßenbau) im ersten Lehrjahr. Auch Janis Otte, der im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Zimmerer (Zimmerei Mittelsdorf) ist, findet die Lernatmosphäre in Cambridge entspannter und nett, nicht so gezwungen. So beginnt die Schulzeit dort erst gegen 9 Uhr. Auch sei es möglich, während des ganzen Jahres über dort eine Ausbildung zu beginnen und nicht wie in Deutschland nur zu bestimmten Terminen.

 Ihm gefiel auch die Integration von Schülern mit Behinderung. „Das ist supercool, dort wird überhaupt kein Unterschied gemacht, das läuft wie selbstverständlich“, sagt der 23-Jährige.

 „Da wird viel Geld in die Ausbildung investiert, aber ab einem bestimmten Alter müssen die Auszubildenden auch selber Schulgeld bezahlen“, berichtet Anna Ulmer.

 Roman Spauka kennt den Grund, warum so viel Geld in die Berufsausbildung in England gesteckt wird: „Die haben den Fachkräftemangel erkannt, bei uns hat man die Not noch nicht so richtig begriffen“, meint er. Nun wird geschaut, wie man voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen könne. „In Cambridge sind sie sehr an unserem dualen System interessiert“, sagt er. Alles mit einem Ziel, die Berufsausbildung in Europa zu harmonisieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

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