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Sympathisch auf Anhieb

Kiel: Diamantene Hochzeit Sympathisch auf Anhieb

„Wir sind zusammen durch bewegte Zeiten gegangen, mit Höhen und Tiefen“, sagen Hildegard und Willi Schade im Rückblick auf die vergangenen 60 Jahre. Und gerade die Tatsache, dass die so viel zusammen durchlebt haben, hat sie umso mehr zusammengeschweißt. Am Donnerstag feiert das Paar seine diamantene Hochzeit.

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Hildegard und Willi Schade werden ihren Ehrentag mit Familie und Freunden feiern.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Er stammt ursprünglich aus Westpreußen, sie aus Schlesien. In Kiel haben sich Willi und Hildegard Schade im März 1954 kennengelernt, beim Tanz im Café Reimers in Elmschenhagen. „Ich habe sie einfach zum Tanzen aufgefordert“, erinnert sich Willi Schade. Sofort waren er und seine Hildegard sich sympathisch. Nach einigen Wochen und weiteren gemeinsamen Unternehmungen funkte es dann endgültig zwischen den beiden. Sie wurden ein Paar und fassten bald den Entschluss zu heiraten. Doch dann kam ein „Unglück“ dazwischen, das ganze Unterfangen musste urplötzlich etwas schneller gehen als gedacht: Ein Kind war unterwegs und sorgte für einen raschen Hochzeitstermin. Die große Feier wurde in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung der Brauteltern Gierich in Elmschenhagen abgehalten. Das ausgeräumte Schlafzimmer wurde zum Tanzsaal umfunktioniert und diente später noch als Herberge für die Hochzeitsgäste.

 Drei Söhne machten die junge Familie Schade komplett. Vater Willi war gelernter Maurer, verpflichtete sich später als Soldat und wollte eigentlich Berufssoldat werden. Doch Mutter Hildegard sagte „Nein“, denn das Herumreisen als Bundeswehrfamilie wollte ihr gar nicht behagen. Stattdessen bekam Willi Schade eine Stelle als Vollzugsbeamter in der Kieler JVA und übte diesen Dienst 35 Jahre lang bis zur Pensionierung aus. Durch seine Arbeitsstelle konnte die Familie 1963 auch endlich eine vernünftige Neubauwohnung in Projensdorf beziehen. Hildegard Schade leistete als Schneiderin ihren Beitrag zum Familienetat, zunächst in einem Modehaus in der Holtenauer Straße, dann in Heimarbeit. Natürlich kam ihr das Talent zum Schneidern auch in der Familie zugute. Früher habe es ja kaum gute Kleidung zu erschwinglichen Preisen gegeben, erzählt die 82-Jährige. Bis zum Rentenalter arbeitete sie dann in einem großen Textilgeschäft in der Kieler Innenstadt.

 In den sechziger Jahren leistete sich Familie Schade ihren ersten gemeinsamen Urlaub, bei dem jedoch einer zeitweise fehlte: Vater Willi fuhr seine Lieben mit dem Auto in den Harz, um dann 14 Tage lang schwarz als Maurer zu „kloppen“ und dann erst nachzukommen. Als mit der Zeit mehr Geld in die Kasse kam, machten sich die Schades öfter auf in den Urlaub, später auch mit ihrer Enkeltochter. Mit dem ältesten Enkelsohn wiederum besuchte Willi Schade das eine oder andere THW-Spiel in der Ostseehalle. Der 82-Jährige ist außerdem bekennender Holstein-Anhänger. „1950 habe ich das erste Spiel gesehen“, berichtet er, „Und ich habe immer noch eine Dauerkarte.“

 Regelmäßigen Besuch bekommen Hildegard und Willi Schade von ihren zwei Urenkelinnen. Ihre diamantene Hochzeit feiert das Paar mit der gesamten Familie und seinen Freunden.

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