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Ein Geldsegen für viele gute Zwecke

„Klinikcläune“ Kiel Ein Geldsegen für viele gute Zwecke

Diese Geschichte klingt nach Weihnachten mitten im Sommer: Eine in hohem Alter verstorbene Kielerin wollte mit ihrem beachtlichen Vermögen noch etwas bewegen und hat ein ganz besonderes Testament verfasst.

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Die „Klinikcläune“ Dr. med. Wurst (Harald Roos, links), und Dr. Balla Balla (Gerhard Flassak) besuchen regelmäßig kranke Kinder am Kieler Universitätsklinikum. Für ihre Arbeit bekamen sie jetzt Geld aus einer Erbschaft.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Wochenlang hat Testamentsvollstrecker Heinz Tanck jetzt zahlreiche Vereine und Organisationen in Kiel und Umgebung besucht und Schecks über viele Tausend Euro vorbeigebracht.

 Ob Gehörlose, Tierheim, Hospiz, Spendenparlament oder die Mukoviszidose-Stiftung, für die sich THW-Handballstar Dominik Klein engagiert – überall wurde Heinz Tanck mit offenen Armen und einem Lächeln empfangen. Dabei musste der 73-Jährige immer wieder betonen: „Das ist nicht mein Geld. Ich soll es nur verteilen.“ Der ehemalige Anlageberater kannte die Verstorbene noch von seiner Arbeit bei einer Bank und war von der Dame bereits vor Jahren für den Fall der Fälle als Testamentsvollstrecker eingesetzt worden. Seine Aufgabe ist ehrenamtlich. Jeden Cent muss er am Ende mit dem Nachlassgericht abrechnen. Einen Großteil des Vermögens hatte die Erblasserin bestimmten Organisationen zugedacht, über einen kleineren Teil konnte Heinz Tanck selbst verfügen – einzig gemeinnützig musste der Zweck sein. Als vor wenigen Tagen die Zerstörungen in einer Schule für körperlich und geistig Behinderte Kinder und Jugendliche in Preetz Schlagzeilen machten, hat sich Tanck entschlossen, auch dort im Sinne der Verstorbenen Geld zu spenden. „Das meiste Geld blieb aber in Kiel“, versichert er.

 Die Gesamtsumme, die an die Organisationen gegangen ist, ist geheim. Ebenso die Identität der Verstorbenen. Nur so viel: Die allein lebende und kinderlose Dame gehörte zu den treuesten Kunden im Schlemmermarkt Freund in der Holtenauer Straße. Daher wusste sie, dass sich Inhaber Marten Freund seit vielen Jahren für die „Klinikcläune“ engagiert. Die gemeinnützige Organisation sorgt dafür, dass kranke Kinder auf den Stationen der Uniklinik mindestens einmal pro Woche Besuch der Clowns bekommen. Das lenkt die jungen Patienten zumindest für einige Zeit vom eigenen Schicksal ab.

 Im Nachlass der Kielerin fand Testaments-Vollstrecker Tanck einen Zeitungsausschnitt über den Schlemmermarkt und die „Klinikcläune“ zusammen mit der Bitte, auch diese Organisation mit einem Teil aus dem Erbe zu bedenken. Gesagt getan. Jetzt gehörten die Clowns zu einer der letzten Organisationen, die Geld aus dem Kieler Erbe bekommen. 5000 Euro übergab Heinz Tanck an Marten Freund, der selbst in den vergangenen zehn Jahren schon mehr als 60000 Euro für die „Klinikcläune“ eingesammelt und weitergeleitet hatte. „Ich finde es eine großartige Idee, dass die Spenden alle zweckgebunden für Projekte in der Region gedacht sind“, sagte Marten Freund. „Es gibt so viele Menschen in der Stadt, die Hilfe dringend nötig haben.“ Als Heinz Tanck den Kaufmann mit dem letzten Wunsch der Verstorbenen konfrontiert habe, „hat mich das schon berührt“, sagt Marten Freund, der die Kundin daher nicht nur wegen ihrer jahrzehntelangen täglichen Besuche im Geschäft in guter Erinnerung behalten wird.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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