23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Pflanzenreste als Einkaufsbeutel

Kiel Pflanzenreste als Einkaufsbeutel

Während eines Kunstprojekts unter dem Motto „Pflanzen statt Plastik“ hat der Max-Planck-Schüler Florens Beyer (13. Klasse) die Idee für einen nachhaltigen Einkaufsbeutel entwickelt.

Voriger Artikel
Kalle Blomquist auf der Bühne
Nächster Artikel
Den Anhalteweg im Blick haben

Der Max-Planck-Schüler Florens Beyer hat mit seiner Idee für den Flexiboy – einen Beutel, der im Sinne der Nachhaltigkeit entwickelt wurde - beim 62. Europäischen Wettbewerb die Auszeichnung bundesweit beste Arbeit erhalten.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel . Mit seinem Flexiboy hat er nun beim 62. Europäischen Wettbewerb die Auszeichnung „bundesweit beste Arbeit“ erhalten.

 Die Aufgabe, die die zwölf Schüler des Kunst-Grundkurses seit Herbst letzten Jahres unter dem Semesterthema „Werbedesign“ zu bewältigen hatten, war komplex: Sie sollten – rein theoretisch – ein Produkt entwickeln, das im Sinne der Nachhaltigkeit Pflanzenreste aus der Baumwollproduktion weiterverwertet. Dieses Produkt sollte dann im Mittelpunkt einer Werbekampagne mit Plakat stehen. „Die Halme und Blätter der Baumwollpflanze werden oft chemisch weggeätzt oder verbrannt – zum Schaden der Umwelt“, erklärt Kunstlehrerin Bettina Schumann. Jeder der Schüler habe sich auf seine ganz eigene Weise der Herausforderung genähert.

 „Ich habe erst einmal recherchiert, was man aus den Überresten der Pflanzen machen könnte“, berichtet Florens Beyer. Sowohl Papier als auch Stoff ließen sich daraus herstellen, diese Möglichkeiten hat der 19-Jährige als Kombination genutzt: Er hat einen flexibel einsetzbaren Beutel mit Henkel und Innenvlies aus Textilmaterial entwickelt, dem wiederum Papier die feste äußere Form verleiht – den Flexiboy. Als die Produkt-Idee ausgereift war, hat er zur besseren Veranschaulichung ein Modell des speziellen Beutels angefertigt. Dann ging es in die Plakatgestaltung. Florens Beyer hat ein schlüssiges und ansprechendes Logo für die imaginäre Firma Flexi entworfen. „Es war gar nicht so einfach, so viel Inhalt auf ein Logo passend zum Unternehmen zu reduzieren“, erzählt der angehende Abiturient. Unter dem Slogan „Trage die Natur mit dir“ hat er außerdem die herausragenden Qualitäten seines zu 100 Prozent reinen Naturprodukts auf den Punkt gebracht.

 Firmenname, Slogan, Inhalt und Layout des Werbeplakats sowie das Produkt selbst – alles musste aus einem Guss sein. Die Ergebnisse der Schüler waren für Kunstlehrerin Bettina Schumann so überzeugend, dass insgesamt fünf Arbeiten für den Europäischen Wettbewerb eingeschickt wurden. In diesem Jahr haben sich die Teilnehmer auf ganz vielfältige Art und Weise mit Entwicklungshilfe und Europas Verantwortung in der Welt befasst. Aus Florens Beyers Kunstkurs waren gleich zwei weitere Schüler erfolgreich: Lorenz Kock hat mit nachhaltigem Verpackungsmaterial einen Bundespreis, Phil Ehmke mit Körben aus Baumwollfasern einen Landespreis erreicht.

 Derzeit bereiten sich die Schüler auf das mündliche Abitur vor. Ob der Flexiboy einmal wirklich produziert wird, ist nicht geplant. Aber die künftige Berufswahl von Florens Beyer hat das ganze Projekt bereits beeinflusst: „Ich möchte jetzt in Richtung Medieninformatik gehen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3