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Auf dem Weg zum Energiequartier

Elmschenhagen Auf dem Weg zum Energiequartier

Wände dämmen, Dächer erneuern, eine effektive Heizung einbauen, Nahwärmenetze schaffen oder die Sonne nutzen – um Energie zu sparen und Emissionen zu senken, gibt es viele Möglichkeiten. Ein Jahr lang untersuchten Experten im Auftrag des städtischen Umweltamtes die Gebäude in Elmschenhagen-Süd und stellten nun im Gymnasium den Abschlussbericht mit vielen Empfehlungen vor.

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Viele Gebäude, wie hier in der Karlsbader Straße, haben eine Backsteinfassade. Bei der energetischen Sanierung soll das Erscheinungsbild erhalten bleiben.

Quelle: Karin Jordt

Elmschenhagen. Ganz genau haben die Fachleute die unterschiedlichen Bauten unter die Lupe genommen und Schwachstellen analysiert. Thermographiebilder zeigen deutlich, wo besonders viel Wärme aus den Räumen ins Freie verschwindet. Das Ergebnis: An allen Häusern kann Energie gespart und damit auch der CO2-Ausstoß verringert werden.

 Der 232 Seiten starke Bericht bietet den Eigentümern und Wohnungsunternehmen nun Entscheidungshilfen. Für die häufigsten Gebäudetypen des Stadtteils wurden außerdem Mustersanierungskonzepte mit Empfehlungen für verschiedene Varianten erarbeitet. Was für welchen Haustyp sinnvoll, bezahlbar und machbar ist, kann zudem individuell mit den Experten besprochen werden. Auch Fördermittel stehen zur Verfügung, damit Elmschenhagen-Süd „vorbildliches Energiequartier“ wird. „Ich hoffe auf große Resonanz, sich am Programm zu beteiligen“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino. „Der Klimawandel muss uns mit Sorge umtreiben.“

 Das ausgewählte Gebiet wird eingegrenzt von der Preetzer Chaussee im Norden, der Rüsterstraße, Elmschenhagener Allee und Franzensbader Straße im Westen, den Bahnschienen im Süden sowie dem Innweg, der Troppauer Straße und dem Friedlander Weg im Osten. Je nach Baujahr und Haustyp empfehlen die Gutachter Dämmungen, innen oder außen, Lüftungsanlagen, Reduzierung von Wärmebrücken, moderne Heizungen und Anlagen zur Warmwasserversorgung sowie Systeme zur Nutzung von Sonnenenergie und den Aufbau effizienter Nahwärmenetze. Das Schulzentrum wird ebenfalls einbezogen und bekommt eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach, wie Philipp Müller von der Averdung Ingenieursgesellschaft mbH ankündigte.

 Die Wärme verschwindet durch Wände und undichte Fugen

Die Mehrfamilienhäuser mit Backsteinfassaden aus den Baujahren 1939 bis 1948 sind im Projektgebiet am häufigsten vertreten. Hier empfehlen die Spezialisten, Decken und Wände zum unbeheizten Dachboden und Kellerdecken zu dämmen sowie undichte Fugen zu schließen. Wegen der hohen Wärmeverluste und vieler Feuchtigkeitsprobleme müssten auch die Außenwände gedämmt werden – aber nicht von außen, sondern von innen. Dazu sei unbedingt ein Lüftungskonzept erforderlich, damit sich kein Schimmel bildet. „Trotz der schlichten Gestaltung der Backsteinfassaden sind diese im hohen Maße prägend für die Siedlung“, heißt es im Konzept. Dieses Stadtbild müsse erhalten bleiben. Der Einbau von Wärmeschutzfenstern sei nur wirtschaftlich, wenn Fenster ohnehin erneuert werden müssten, erklären die Experten. Weiter wird geraten, die alten Heizungen durch effizientere Anlagen zu ersetzen. Je nach Gebäude könnten insgesamt 50 bis 67 Prozent Energie gespart werden, rechnete Energieberater Jasper Harten vor. Allein die Innendämmung der Außenwände könne 20 Prozent Energieeinsparung bringen.

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