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Erster Herbststurm wühlte die Förde auf

Oktoberwetter Erster Herbststurm wühlte die Förde auf

Vor zwei Wochen war noch Badespaß mit Delfin an der Seebar angesagt. Am Donnerstag glich die Bar einer Geisterstätte: Die Wetterlage bescherte der Ostseeküste den ersten Herbststurm. Am Nachmittag waren die Pegel so weit gestiegen, dass Fähranleger und Stege der Sporthäfen überspült wurden.

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Die Seebar in Düsternbrook war bereits sturmfest gemacht worden. Liegestühle und Tische wurden gesichert, während die Wellen über die Stege spülten.

Quelle: FRANK BEHLING

Kiel. Die Kaimauer zwischen Olympiahafen und Fähranleger Bellevue wurde dabei auch wieder erheblich belastet. Ob durch Wind und Wasser an Kiels maroder Flaniermeile neue Schäden entstanden sind, kann erst nach Ende des Hochwassers festgestellt werden. Arbeiten zur Sanierung der Kaimauer zwischen Seebar und Tirpitzhafen mussten angesichts der Wasserstände ebenfalls eingestellt werden, da der Uferbereich dort besonders von den Wellen getroffen wurde. „Der Fähranleger Bellevue konnte ab 13 Uhr nicht mehr angelaufen werden. Das Wasser klatschte von unten durch die Holzbohlen durch. Da wurde die Unfallgefahr einfach zu groß“, sagte SFK-Betriebsleiter Ansgar Stalder. Bellevue ist einer der Anleger, die keinen Ponton haben. „Bei den Ponton-Anlegern haben wir überhaupt keine Probleme. Da hätte das Wasser noch höher steigen können“, so der Betriebsleiter der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel. Der Fahrplan wird vorerst ohne Bellevue aufrechterhalten.

Der Wasserstand der Kieler Förde war in der Nacht zum Donnerstag innerhalb weniger Stunden um fast einen halben Meter gestiegen. Was an der von Gezeiten geprägten Nordseeküste kein Problem darstellt, hat an der Ostseeküste unmittelbare Auswirkungen. In Mecklenburg-Vorpommern überschwemmte die Sturmflut an der Peene die Ufer. Die dortige Umweltbehörde löste am Donnerstagmittag für Anklam Hochwasseralarm aus. Die Gefahr, dass Deiche unterspült werden, war bis zum Abend nicht gebannt.

Mehr Frachter nehmen den sicheren Weg durch den Kanal

An der Kieler Förde wurden Uferwege und Strände überschwemmt. In Friedrichsort und Laboe schwappte die Ostsee deutlich näher an die Deiche und Promenaden als üblich. Während in Laboe die Wellen nur wenige Meter von den Strandkörben entfernt blieben, spülte das Wasser in Friedrichsort über die Landzunge, die seit Jahren die Leuchtturminsel mit dem Deich verbindet. Auch die Leuchtturminsel selbst wurde an der Seeseite überspült. Auf der Förde trieben vereinzelt Fender, Holzplanken oder Mülleimer aus den Sporthäfen. Die Wasserschutzpolizei Kiel hatte jedoch wenig Arbeit mit den Folgen des Wetters.

Alle Hände voll zu tun hatten dafür die Festmacher auf den Schleusen: Das Tiefdruckgebiet Zofia über Osteuropa sorgte wieder für mehr Betrieb im Kanal. „Wir stellen fest, dass der eine oder andere Frachter sich doch für den sicheren Weg durch den Kanal entschieden hat“, sagte Jan Klein von der Schiffsmaklerei United Canal Agency (UCA). Am Donnerstag gab es zum ersten Mal wieder Wartezeiten vor den Schleusen. Das hatte es seit den Reparaturen vor einem Jahr nicht mehr gegeben.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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