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Fest als Test für den Ernstfall

Vinetaplatz in Kiel Fest als Test für den Ernstfall

Schwerer Sturm war angesagt. Der blieb zwar aus, doch dafür gab es heftige Regengüsse. Für die Vorbereitung eines Festes im Freien bedeutet das erschwerte Bedingungen. Was genau das Richtige war für die 27 jungen Erwachsenen, die ein interkulturelles Kinderfest auf dem Vinetaplatz ausrichteten.

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Greta Jöran schminkt den siebenjährigen Eyüp. Im September fliegt die junge Frau für ein Jahr nach Peru.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Der bundesweit tätige Freiwilligendienst Weltwärts und der Kieler Verein Jugend im Ausland verfolgen dasselbe Ziel: jungen Leuten zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit zu bieten, im Ausland ihren Horizont zu erweitern. Los ging es im Jahr 2008 mit eigentlich gar nichts, inzwischen wird die Resonanz immer größer. 70 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland treten dieses Jahr unter Regie der beiden Organisationen einen Freiwilligendienst im Ausland an. Je nach Neigung und freien Plätzen geht es Richtung Peru, Ecuador, Tansania, Botswana, Südafrika, China und auch in die Ukraine. Richtig, in die Ukraine, bestätigt Verena Stoffer von der Jugend im Ausland. Allerdings gehe es in den westlichen Teil des Landes, der von den Auseinandersetzungen im Osten nicht betroffen sei.

 Unsicherheiten sollen in den Projekten nicht riskiert werden, Unwägbarkeiten müssen jedoch in Kauf genommen werden. „Wenn man ins Ausland geht, ist nicht alles planbar“, sagt Verena Stoffer und betont, dass insofern das Kinderfest auf dem Vinetaplatz eine gute Übung war. Genau das war beabsichtigt. Die Freiwilligen absolvieren in der Jugendherberge Gaarden ein zweiwöchiges Vorbereitungsseminar und kamen dabei auf die Idee, mit diesem Fest ihre eigenen Organisationskünste zu schulen. Das darf als durchaus gelungen betrachtet werden. Weder vom angesagten Sturm ließ man sich beeindrucken, noch vom tatsächlich zeitweilig eingetretenen Regen. Man zog sich einfach unter die Arkaden am Vinetaplatz zurück und ließ das Wetter Wetter sein.

 Im September schwärmen die 27 Teilnehmer in ihre Einsatzländer aus. Greta Jöran freut sich darauf. Sie war mit ihrer Bewerbung früh dran und konnte sich noch ihr Wunschland Peru aussuchen. Wie die anderen auch, wird die junge Frau dann ein Jahr lang versuchen, vor Ort die Welt ein bisschen besser zu machen. Eingesetzt werden die Freiwilligen vor allem an Schulen, vorzugsweise als unterstützende Kräfte beim Englischunterricht. Gesundheitliche Aufklärung und soziale Projekte sind weitere Tätigkeitsgebiete. Dabei kann es darum gehen, zu vermitteln wie wichtig es ist, regelmäßig die Zähne zu putzen. Und es kann genauso die Organisation eines Spielfestes anstehen.

 Verena Stoffer und ihre Kollegin Cathrin Hirsch haben mit diesem Freiwilligendienst beste Erfahrungen gemacht. 90 Prozent der der jungen Leute seien „absolut begeistert“, wenn sie wieder nach Hause kommen, berichten sie. Beeindruckend ist aus Sicht der beiden Frauen auch die Entwicklung, die viele Teilnehmer in diesem einen Jahr durchlaufen: „Sie sehen die Welt und Deutschland mit anderen Augen, sind viel, viel reifer geworden.“

 Jugend im Ausland ist ein Gemeinschaftswerk des Arbeiter-Samariter-Bundes Schleswig-Holstein und des Vereins für Kinder-, Jugend- und Soziale Hilfen. Bewerbungen für einen Auslandsaufenthalt im Jahr 2016 werden bereits entgegengenommen. Finanziert werden Flug, Verpflegung und alle weiteren Kosten zu 75 Prozent vom Bundesentwicklungsministerium. 25 Prozent – jedoch höchstens 3000 Euro – müssen die Teilnehmer selbst beisteuern, geschehen soll das dadurch, dass sie Sponsoren mobilisieren.

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