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Feuerwehr im Dauereinsatz

Schleswig-Holstein Feuerwehr im Dauereinsatz

Unwetterartige Niederschläge, Gewitter und starke Sturmböen hinterließen in der Nacht zum Montag im Kreis Rendsburg-Eckernförde und in Kiel schwere Schäden. Umgestürzte Bäume und überflutete Straßen sorgten für Dutzende Einsätze. Hinzu kam in Kiel noch ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus.

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Unwetterartige Niederschläge, Gewitter und starke Sturmböen hinterließen in der Nacht zum Montag im Kreis Rendsburg-Eckernförde und in Kiel schwere Schäden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In Kiel-Gaarden war kurz vor 22 Uhr ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Pickertstraße gemeldet worden. In dem Haus mussten mehrere Menschen gerettet werden. Ein Kinderwagen war im Treppenhaus in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr musste wegen der starken Rauchentwicklung fünf Menschen aus dem Haus über eine Drehleiter ins Freie bringen, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Montagmorgen sagte. Das Feuer konnte demnach schnell gelöscht werden; Personen wurden nicht verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar, da aber zur selben Zeit in der Straße ein Müllcontainer und Unrat brannten, gehe man von Brandstiftung aus, so der Sprecher weiter.

Noch während der Einsatz lief, traf eine Unwetterfront die Landeshauptstadt. Sintflutartige Niederschläge ließen Gullydeckel aufschwimmen. Autos blieben nach dem Überfahren der offenen Schächte mit schweren Schäden liegen. Die Bundestraße 76 musste in Fahrtrichtung Norden im Bereich der Unterführung des Barkauer Kreuzes gesperrt werden. Kurz nach 22 Uhr waren dort Autos im überfluteten Bereich liegengeblieben. Auf vielen Straßen im Stadtgebiet lagen Äste, Mülltonnen und aufgeschwommene Deckel der Kanalisation. Die enormen Wassermassen hatten Gullydeckel gleich reihenweise hochgedrückt.

In Kiel wurden am Sonntag ganze Straßenzüge überschwemmt. Foto: Frank Behling

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Einsatzkräfte der Feuerwehr befreiten die Autofahrer und schoben die liegengebliebenen Autos an den Straßenrand. Zusätzlich wurden zahlreiche Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet ausgelöst, unter anderem brannten fünf Müllcontainer in der Jägerstraße. Dort vermutet die Polizei Brandstiftung. Bis weit nach Mitternacht war in der Landeshauptstadt die Feuerwehr im Dauereinsatz. Insgesamt wurden in Kiel 29 Einsätze durch das Unwetter gezählt.

Auch in Eckernförde hatten die Einsatzkräft viel zu tun. Zwei Stunden ununterbrochen „Full Power“ - mit 120 Feuerwehrleuten aus Eckernförde, Kochendorf, Barkelsby, Altenhof-Aschau sowie 30 Männern und Frauen des Technischen Hilfswerks (THW) aus Eckernförde und Louisenlund – brauchten die Rettungskräfte am Sonntagabend, um in Eckernförde und Umgebung wieder einigermaßen normale Verhältnisse herzustellen, nachdem ein schwerer Gewittersturm mit Orkanspitzen und Starkregen gegen 22 Uhr über die Stadt hinweggezogen war.

27 Mal musste die Feuerwehr in der Nacht zu Montag in Eckernförde aufgrund des Unwetters ausrücken. Foto: Uwe Rebehn

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Entsprechend war auch die Wirkung dieses Unwetters: fast alle Straßen waren übersäht mit Ästen, Blättern, Müllsäcken und Pappkartons oder sie standen unter Wasser. Aus der Berliner Straße rief eine junge Frau völlig aufgelöst bei der Feuerwehr an und meldete, dass ein Baum auf ihren neuen Wagen gestürzt sei. Ein Feuerwehrtrupp aus Altenhof befreite das Auto von der Last, wobei zum Glück festgestellt wurde, dass der Schaden nur gering war.

Ebenfalls in der Berliner Straße hatten größere Wassermengen einen Rollstuhlfahrer in seiner tiefer gelegenen Wohnung in Bedrängnis gebracht. Er ergriff laut Feuerwehr die Flucht und mietete sich für den Rest der Nacht ein Hotelzimmer in der Nähe. Nach Angaben von Meint Behrmann, Gemeindewehrführer der Stadt, waren es Montagnacht um 2.30 Uhr insgesamt 32 Einsätze mit überwiegend Lenzarbeiten in Kellern und Wohnungen sowie schwere Arbeit mit Kettensägen in den grünen Bereichen der Stadt. Laut Behrmann liefen die Einsätze quasi wie am Schnürchen ab – pausenlos und zum Glück ganz ohne Verletzte.

Urlauber auf einem Campingplatz im schleswig-holsteinischen Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurden in der Nacht unsanft aus dem Schlaf gerissen. Dort war laut Feuerwehr „einiges durcheinandergeraten“ — Zelte flogen davon, mehrere Wohnwagen wurden umgeweht. Auch hier wurde niemand verletzt.

Im Osten und Norden Schleswig-Holsteins blieb es indes ruhig. „Außer ein bisschen Regen ist hier nichts passiert“, sagte eine Sprecherin der Rettungsleitstelle West. Ebenso in Hamburg: Hier waren die Einsatzkräfte trotz kurzen Gewitters laut Sprecher gar nicht gefragt: „Wir hatten wirklich Glück, hatten aber wegen der Hitze tagsüber genug zu tun.“

Umgestürzte Bäume sorgten auch für Schäden an Oberleitungen der Deutschen Bahn. Der Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg war seit Sonntagabend gestört. Zwischen Kiel und Zürich, zwischen Kiel und Stuttgart sowie zwischen Hamburg und München wurden die Züge über Rotenburg an der Wümme umgeleitet. Dort kam es laut Bahn-Homepage zu Verspätungen. Die Behinderungen sollten demnach voraussichtlich bis zum Nachmittag anhalten.

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