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Flickwerk im Freibad Katzheide

Kiel Flickwerk im Freibad Katzheide

Nicht nur planmäßig, sondern sogar schneller als erwartet geht die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens im Freibad Katzheide voran. Nachdem die Arbeiten am Montag starteten, könnte nach aktuellem Stand bereits am Donnerstag probeweise das Wasser eingelassen werden.

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So gut es geht, dichtet Schwimmbadtechniker Sergej Nein ein Leck im Bereich der Treppen des Nichtschwimmerbeckens in Katzheide ab.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Kurios: Bei einer möglichen Teilöffnung des Bades wird zwar auch das große Becken aus Sicherheitsgründen mit Wasser befüllt, steht nach Mitteilung von Sportdezernent Gerwin Stöcken im Sportausschuss in dieser Saison allerdings nicht zum Baden zur Verfügung.

Das flotte Tempo darf allerdings nicht als Indiz dafür gewertet werden, dass die Sanierung reibungslos läuft. Im Gegenteil stellte sich heraus, dass die Unterspülungen der Folie nicht nur von den mittlerweile frisch abgedichteten und verschraubten Einspüldüsen herrühren, sondern auch von etlichen weiteren Lecks in der Folie. Besonders im Bereich der Treppen hat Sergej Nein von der in Halle an der Saale ansässigen Firma M.A.S. schadhafte Stellen ausgemacht. „Ich repariere, was ich sehe. Und dann hoffen wir, dass es gut geht“, sagt der Mann von dem auf Folienauskleidung und Schwimmbadtechnik spezialisierten Unternehmen.

 Er sagt aber auch: „Eigentlich ist die Folie durch.“ Sie noch ein paar Jahre durch Flickaktionen wie die jetzige zu erhalten, das könne man zwar durchaus probieren, langfristig sei das aber keine Lösung. Gerwin Stöcken rechnet bei den Folie-Flickarbeiten einschließlich Einspüldüsen-Reparatur im Nichtschwimmerbecken mit Kosten von rund 10.000 Euro. Er stellte im Ausschuss allerdings auch klar: „Die Reparaturen sind ein Versuch. Geht er im Verlauf eines 14-tägigen Probebetriebs schief, entstehen erst einmal keine weiteren Kosten für eine neue Steuerungstechnik an der Chlorgasanlage.“ Pro Becken müssten dafür zwischen 30.000 und 40.000 Euro veranschlagt werden.

 Spannend wird es in Katzheide, wenn das Wasser eingelassen ist. Stellt sich dann heraus, dass es zu keinen Unterspülungen mehr kommt, kann der Reinigungsroboter eingesetzt und das Freibad teilweise wieder eröffnet werden. Angesichts des zügigen Tempos der bisherigen Arbeiten könnte das sogar wesentlich früher der Fall sein als zum von der Kieler Bäder GmbH für den ungünstigsten Fall genannten Beginn der Sommerferien.

 Sollte die Folie trotz der Flickaktion jedoch weiterhin undicht sein, wird es teuer. So rechnet Stöcken bei einer Kompletterneuerung der Folien in beiden Becken mit Kosten zwischen 750.000 und einer Million Euro. Mit neuen Folien allein sei es aber nicht getan, um eine 60 Jahre alte Anlage auf den neuesten Stand zu bringen. Dafür seien nach vorsichtigen Schätzungen Investitionen von bis zu acht Millionen Euro nötig.

 Unterdessen fordert der Verein „Katzheide: Ja!“ mehr Transparenz seitens der Stadt. Gerwin Stöcken habe dem Verein eine Begehung fest zugesichert, damit man sich ein eigenes Urteil bilden könne, sagt Vereinsvorsitzender Ulrich Hühn. Mit der Begründung, dass es nichts zu sehen gebe, sei diese Zusage aber wieder zurückgezogen worden. Auch habe die Stadt auf Nachfrage des Vereins erklärt, dass es zwar Mängel gebe, aber dazu keine Gutachten vorlägen. „Wir fragen uns, wie die Stadt eine fachliche Aussage treffen kann, ohne jegliche schriftliche Stellungnahme eines Experten“, kritisiert Hühn.

 Der Katzheide-Verein fordert von der Verwaltung nun „die gleichen Transparenzanstrengungen wie bei Möbel Kraft“. Mit einer „gläsernen Akte“ könnten aus Sicht des Vorsitzenden „viele Spekulationen und Gerüchte aufgeklärt werden“.

 Von Martin Geist und Jürgen Küppers

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Foto: Andreas Regner, Uwe Hagge und Hartmut Jöhnk (von links) sind Vertretungsberechtigte für das Bürgerbegehren zu Katzheide.

Wenn die Kielerinnen und Kieler am 8. November über Olympia abstimmen, dürfen sie möglicherweise zugleich über den Fortbestand des Sommerbads Katzheide entscheiden. Ein entsprechendes Bürgerbegehren ist auf den Weg gebracht, mit Unterschriftensammlungen will der Verein „Katzheide: Ja!“ in wenigen Wochen beginnen.

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