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Gealtert – und im Viertel geblieben

Gaarden Gealtert – und im Viertel geblieben

„Großartig“: Innenminister Stefan Studt (SPD) war angetan von dem, was er in Gaarden zu sehen bekam. Der Landespolitiker besichtigte an der Ecke Karlstal/Verbindungsweg eine Wohnanlage, der nach seinen Worten wegen ihrer flexiblen Ausrichtung fast schon das Prädikat „eierlegende Wollmilchsau“ gebührt.

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Investor Michael Demandt (links), Irini Aliwanoglu vom Paritätischen und Innenminister Stefan Studt auf der großen Dachterrasse, die wegen ihrer Aussicht auf Kiel höchst beliebt ist.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Innerhalb von nur einem Jahr entstanden im Zentrum des Stadtteils 24 Wohnungen, ein Gemeinschaftsbereich mit Café und Begegnungsräumen, eine Sozialstation und eine ambulant betreute Hausgemeinschaft für 13 Menschen mit speziellem Bedarf an Pflege, Betreuung und Unterstützung im Alltag. Das Besondere daran: Abgesehen von den hilfsbedürftigen Mietern in der Wohngruppe muss niemand irgendeine Leistung in Anspruch nehmen. Bei Bedarf jedoch ist von der Unterstützung im Haushalt bis zu den Diensten in der höchsten Pflegestufe alles möglich.

 „Wir arbeiten zugeschnitten auf den individuellen Bedarf“, erläuterte Irini Aliwanoglu von der gemeinnützigen Paritätischen Pflege Schleswig-Holstein. Ein Grundsatz, der auch für den „Karlstreff“ gilt, den integrierten Mietertreff, den die Bewohner zum Kaffeetrinken, Spielen oder zu kulturellen Unternehmungen besuchen können – oder auch nicht. Die „lebendige Mitte des Hauses“, wie es Irini Aliwanoglu formuliert, bleibt bis zum Jahresende zwecks Eingewöhnung den Mieterinnen und Mietern vorbehalten. Danach soll sie sich dann für alle älteren und jüngeren Gaardener öffnen.

 Seit wenigen Tagen fest im Haus ist der ambulante Pflegedienst des Paritätischen. Vorerst vier Kräfte kümmern sich um die dort lebenden Mieter sowie etwa 30 weitere Pflegebedürftige in anderen Teilen des Kieler Ostufers.

 Enorm gefragt waren die Wohnungen nach Angaben von Investor Michael Demandt von Anfang an. Bereits zur offiziellen Grundsteinlegung im August vergangenen Jahres war kaum noch etwas frei, inzwischen gibt es eine Warteliste. Was Bodo und Christa Bredenbeck gut nachvollziehen können: „Wir haben alles, was wir brauchen und fühlen uns sehr gut hier“, sagt der 77-Jährige, der sich nach einer schweren Operation zu Jahresbeginn gut erholt hat, aber trotzdem froh über die eine oder andere Unterstützung ist. Zumal auch seine sechs Jahre ältere Frau nicht mehr ganz so kann, wie sie eigentlich möchte.

 Wie fast alle anderen Mieter haben die Bredenbecks zuvor ebenfalls in Gaarden gewohnt. Und freuen sich nun, dass sie nicht nur im Stadtteil bleiben können, sondern sogar zentraler wohnen als bisher. Mit Aufzug, Barrierefreiheit und vielen anderen Dingen, die das Leben im Alter angenehmer machen.

 Innenminister Studt besichtigte das Haus, dem er viele Nachahmer wünscht, nicht einfach nur so. Unterstützt wurde das 4,5-Millionen-Euro-Projekt mit 3,1 Millionen Euro zinsgünstigem Kredit aus dem Topf der schleswig-holsteinischen Wohnraumförderung. Weitere 700000 Euro verbilligtes Darlehen gab es für die besondere Energieeffizienz.

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