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Abtauchen in Katzheide

Kiel-Gaarden Abtauchen in Katzheide

Einfach mal abtauchen zu können, das haben sich wohl schon viele gewünscht, die politisch tätig sind. SPD-Ratsherr Torsten Stagars kann’s.

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SPD-Ratsherr Peter Kokocinski assistierte seinem Parteifreund und Sporttaucher Torsten Stagars beim Beschaffen von Analysematerial aus dem Schwimmerbecken in Katzheide.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Der Sporttaucher entschwand nun allerdings nicht in duckmäuserischer, sondern in ausdrücklich politischer Mission hinunter zum 3,80 Meter tiefen Grund des Freibads Katzheide. Er entnahm fürs Gesundheitsamt Proben von pilzverdächtigen Stellen – und betrachtete seine Aktion zugleich als Statement, das da lautet: „Es ist Blödsinn, wenn es immer heißt, wir wollen Katzheide nicht.“

 Wir, das ist die SPD-Ratsfraktion, und es sind speziell deren Mitglieder vom Ostufer. Deshalb assistierten bei dem Tauchgang der Gaardener Ratsherr Michael Schmalz und sein Ellerbek/Wellingdorfer Kollege Peter Kokocinski. Bedauerlich ist aus Sicht des Trios, dass in dieser Saison nur das Nichtschwimmerbecken freigegeben werden kann. Damit es jedoch wenigstens 2016 anders wird, wollen sie helfen, so früh wie möglich das Problem im Schwimmerbecken zu klären. Dort sind besonders im Bereich der Sprungtürme dunkle Stellen aufgefallen, auf denen sich möglicherweise für die Badegäste ungute Gewächse tummeln. In einer ersten Laboruntersuchung wurden an der Unterseite der Folie Schimmelpilze nachgewiesen, und zwar solche mit klangvollen Namen: Acremonium species, Cladosponium species und Penicillium species. Beruhigend dürfte dabei zunächst sein, dass auf der Folie selbst kein Pilzbefall nachgewiesen wurde. Dafür tummeln sich aber laut Prüfbericht drunter wie drüber „in sehr starkem Maße“ Bakterien. Und das, so äußern sich die Experten des Pilzlabors der Kieler Uniklinik in einer ersten Bewertung, sei allemal ein „auffälliger Befund“.

 Nun muss nicht schädlich sein, was auffällig ist, und wenn doch, kann es möglicherweise unschädlich gemacht werden. Weil man dazu freilich nichts Genaues weiß, sollen nun mit Hilfe des Stagarschen Tauchgangs weitere Analysen klare Erkenntnisse für den Weg zu klarem Wasser bringen.

 Bis zu 14 Tage können nach Angaben der Fachfrau vom städtischen Gesundheitsamt die Laborbefunde auf sich warten lassen. Einfacher und schneller gehe es nun mal nicht, wirbt der bekennende Katzheide-Verfechter Michael Schmalz um Verständnis: „Die Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter geht vor.“

 Sollte sich herausstellen, dass Schimmel und Bakterien in den Griff zu kriegen sind, dann soll allerdings keine weitere Zeit mehr vergeudet werden. „Wir wollen sofort nach Saisonende anfangen“, verspricht der auch im Aufsichtsrat der Kieler Bäder AG sitzende Torsten Stagars. Und meint damit sowohl die eventuell nötige Bekämpfung der auffälligen Kleinstlebewesen als auch die Abdichtung der Einspüldüsen nach dem vor wenigen Wochen erfolgreich praktizierten Vorbild im Nichtschwimmerbecken.

 Und nach 2016? „Es steht nicht fest, dass Katzheide unbedingt geschlossen wird“, sagt Peter Kokocinski, aus dessen Sicht diese Einrichtung „kein Gaardener Thema, sondern ein soziales Thema fürs Ostufer“ ist. Starke Sympathien lässt er dabei für ein kleineres und weniger teures Bad erkennen, das wie seit zehn Jahren im von der Stiftung Drachensee betriebenen Eiderbad Hammer der Fall, in Kooperation mit einem sozialen Träger bewirtschaftet wird.

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