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CDU: Druck auf die Trinkerszene

Gaarden und Wilhelmplatz CDU: Druck auf die Trinkerszene

Die Trinkerszenen an der Ecke Elisabethstraße/Augustenstraße in Gaarden und am Wilhelmplatz sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Die CDU fordert jetzt die Stadt auf, an beiden Plätzen die Bänke abzubauen und hat einen entsprechenden Antrag für den Innenausschuss formuliert.

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Trinkerszene am Kieler Wilhelmplatz: Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Beschwerden von Anwohnern. Ärger soll es gelegentlich mit Radfahrern geben.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Vorab soll die Verwaltung prüfen, ob den Menschen ein anderer, weniger auffälliger Ort in der Nähe angeboten werden kann. Die Polizei beurteilt die Lage an beiden Stellen als „unauffällig“.

 Schon morgens sitzen bis zu 20 Menschen auf den Bänken in Gaarden. Dort sollen sie trinken und grölen. Passanten haben keine Möglichkeit, sich dort auszuruhen. Mit dem Alkohol- steigt auch der Lärmpegel. „Die Personen dort verursachen Müll und streiten sich oft“, sagte CDU-Ratsherr Cetin Yildirim von Pickardt. Da es dort keine öffentliche Toilette gebe, urinierten die Menschen in Hauseingänge oder auf einem Bolzplatz in der unmittelbaren Nähe. Die leeren Flaschen stellten die Männer in Reihen auf, so dass es an eine Trophäensammlung erinnere. „Es ist unmöglich, dass gerade Kinder mit solchen Bildern aufwachsen. Das haben sie nicht verdient“, sagte der CDU-Mann. Eine Bushaltestelle ist nicht weit entfernt: „Wenn die Kinder aus der Schule kommen, müssen sie hier vorbeigehen.“ Manche Gaardener wechselten die Straßenseite, weil sie den Kontakt mit den Menschen dort scheuten.

 „Die Hausmeister der Wohnhäuser säubern häufig die Hauseingänge, doch das nützt nichts, weil dort ständig uriniert wird“, so Yildirim von Pickardt. Gaardener Vermieter seien auf ihn zugekommen und hätten sich beklagt, dass Mieter bereits ausgezogen seien und sie große Schwierigkeiten hätten, ihre Wohnungen zu vermieten. „Die Wohnungen mögen den Interessierten sicher gefallen, doch sobald sie die Menschen hier vor der Tür sehen, winken sie oft ab“, sagte der Ratsherr. Dabei stünden an der Straße weitere Bänke, die man den Menschen anbieten könne. „Die Trinkerszene führt langfristig zu einer Beschleunigung des in Gaarden zu beobachtenden ,Trading Down’, also einem zunehmenden Leerstand und dem Ausbleiben von Kundschaft“, so der Politiker.

 Auch auf dem Wilhelmplatz an der Ecke Weißenburgstraße trifft sich täglich eine Szene, die ab morgens Alkohol trinkt. Besonders an sonnigen Tagen sei für Anwohner und Berufstätige der stets hohe Lärmpegel kaum zu ertragen, sagte Yildirim von Pickardt: „Kommen Kinder aus der Schule, müssen sie dort vorbeigehen und die Betrunkenen, die teilweise auch urinieren, erleben. Oder sie werden von Hunden angebellt.“ Regne es, stellten sich die Personen in Hauseingänge und verängstigten vor allem ältere Menschen. Zudem habe er von Konflikten mit Radfahrern gehört: Die Angehörigen der Szene blockierten den Radweg, und bei Rangeleien käme es vor, dass die Personen sich schubsten und vor einem Radler landeten. „Die Zustände an beiden Plätzen sind nicht mehr länger hinzunehmen. Wenn die Bänke abgebaut werden, hoffen wir, dass die Gruppen sich an weniger belebten Stellen aufhalten. Das Thema muss jetzt diskutiert werden“, so der CDU-Politiker.

 Die Polizei hat über beide Szenen bisher keine Klagen gehört. „In Gaarden verhalten sich die Leute unauffällig, es wird nach unserer Kenntnis weder gepöbelt noch gegrölt“, sagte Behördensprecher Harald Feddern, der aber betont, dass diese Aussage eher ein Bauchgefühl der Kollegen vor Ort sei. Da es bisher keine Anzeigen gebe, hätte die Polizei keinen Anlass für Kontrollen. Auch Anwohner am Wilhelmplatz haben sich nicht bei der Polizei über die Personen an den Bänken beschwert. Die Menschen seien täglich vor Ort, verhielten sich aber ruhig, so der Sprecher.

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