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Große Solidarität mit der kranken Gina

Typisierungsaktion Große Solidarität mit der kranken Gina

Egal, ob die Leute mit zwei, vier oder gar keinen Rädern kamen: Die Solidarität mit Gina war gewaltig. So groß war der Andrang bei der Typisierungsaktion am SOnntag für potenzielle Stammzellenspender, dass sich zeitweise sogar Schlangen vor der Halle 400 bildeten.

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Silvana Braun, Krankenschwester am Uni-Klinikum, war gestern ehrenamtlich im Einsatz und erleichterte Hans-Joachim Behrens um ein paar Tropfen Blut.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Wie berichtet, ist bei der 28-jährigen Gina im September vergangenen Jahres Blutkrebs diagnostiziert worden. Nach zunächst erfolgreicher Therapie und einem Rückfall kann ihr jetzt nur noch eine Stammzellenspende helfen. Ihr Vater Michel Behrens möchte alles Menschenmögliche tun, damit das gelingt. Unter dem Motto „Gina will leben“ organisierte der Präsident des Kieler Rockerclubs „United Tribuns“ die Erfassung möglicher Spender – und zeigte sich hell begeistert über die große Resonanz. Vom Bodensee, aus Ulm, als Leipzig und vielen anderen Teilen Deutschlands kamen am Sonntag Frauen und Männer nach Kiel, um sich Blutproben entnehmen zu lassen.

Die besonders weit Gereisten entstammten überwiegend der Biker-Szene, etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte mit Motorradfahren aber überhaupt nichts am Hut. „Ich habe nur ein Fahrrad“, grinste Detlef Hasler, der gerade seine Formulare ausgefüllt und den obligatorischen Piekser über sich ergehen lassen hatte. Sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen, das hatte der Kieler schon länger vor. Das Schicksal von Gina und auch der ganz ähnliche Fall der Frau eines Bekannten führten nun dazu, dass er die Absicht in die Tat umsetzte.

 Aus einem sehr persönlichen und sehr traurigen Grund schloss sich Sybille Ahrens der Aktion an. Es ist noch nicht lange her, dass sie ihre Tochter an den Krebs verloren hat. Nun will sie etwas dazu beitragen, dass anderen dieses Schicksal erspart bleibt: „Es ist selbstverständlich, dass ich da mitmache.“ Kimi Ehm schloss sich ganz dieser Meinung an und betonte, dass es ihr ziemlich egal sei, ob die Leute mit Motorrädern oder sonst etwas zur Typisierung kommen. „Ich mache es einfach aus Nächstenliebe“, beschrieb sie ihre Motivation.

 Unterdessen war Michel Behrens ständig in Kontakt mit seiner schwerkranken Tochter. „Sie ist total glücklich, dass so viele Leute helfen wollen“, berichtete er und sprach von einer „super Sache“. Gleichwohl ist Ginas Zustand unverändert ernst. „Es ist sehr eng“, formulierte es Behrens, der inständig hofft, dass in den Reihen der neu Registrierten oder irgendwo sonst auf der Welt bald ein Stammzellenspender für seine Tochter gefunden wird.

 Dafür gibt es jetzt 810 mehr Möglichkeiten, denn so viele Teilnehmer kamen zur Typisierung. „Ein super Ergebnis, gerade in der Ferienzeit und in Kiel, wo wir schon sehr viele Registrierungen haben“, freute sich Bettina Steinbauer von de DKMS. Zusätzlich spendeten die Unterstützer von Gina 4400 Euro, hinzu kommt noch der Gewinn aus dem Verkauf von Essen und Getränken. Die Kosten der Aktion deckt das dennoch nicht annähernd. Jede Probe schlägt mit 40 Euro zu Buche, sodass die DKMS 32400 Euro aufbringen muss. Weitere Geldspenden sind deshalb sehr willkommen. „Wir sind darauf angewiesen“, betont Bettina Steinbauer.

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