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Gute Freunde zu Besuch im Rathaus

Kiel Gute Freunde zu Besuch im Rathaus

Im Kieler Rathaus standen am Freitag Traditionen hoch im Kurs. Am Morgen empfing die Stadt als Gastgeberin die Große Grüne Gilde von 1412 zur Eröffnung des Großen Schießens, am späten Nachmittag machte Frankreichs Botschafter in Berlin, Philippe Étienne, seinen Antrittsbesuch.

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Der Vorsteher der Großen Grünen Schützengilde, Hermann Falke, begrüßte Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt als Festredner im Kieler Rathaus und lud ihn zur Oldtimer-Fahrt ein.

Quelle: Frank Peter

Kiel . Ob Kutsche oder Traktor – die Rekruten überraschen die Gildebrüder jedes Mal mit einem anderen Gefährt, um sie vom Hasseldieksdammer Weg zum Rathaus und zurück zu chauffieren. Am Freitag rückten zwei Oldtimer und ein Reisebus an. An zwei entscheidende Jubiläen erinnerte der stellvertretende Stadtpräsident Robert Vollborn, die dokumentieren, wie eng die Bande zwischen Stadt und Gilde seit Jahrhunderten ist. Vor 350 Jahren schenkte die Stadt den Männern ein Gelände am damaligen Stadtrand, um sich bei ihnen für den Schutz zu bedanken. In den Jahren danach ließ es sich die Stadt nicht nehmen, ihnen eine Tonne Bier und später 16 Kannen Wein zu spenden. Vor 60 Jahren zog die Gilde zum ersten Großen Schießen ins Rathaus ein, in ihr „heimliches Wohnzimmer“, wie Schleswig-Holsteins Sportminister Stefan Studt in seiner Festrede formulierte. Als einzige Bürger-Gemeinschaft genießt sie bis heute das Vorrecht, im Rathaus zu tagen.

 Viel Lob für die Ausbildung im sicheren und sportlichen Umgang mit der Waffe, aber auch so manchen Rat gab Studt den Gildebrüdern mit auf den Weg: Sie könnten in ihre Gemeinschaft Flüchtlinge aufnehmen und so einen Beitrag zu deren Integration leisten. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen um zehn Prozent appellierte er: „Bleiben Sie offen für neue Trends.“ Gilde-Vorsteher Hermann Falke erinnerte daran, wie sehr sich die Schieß- und Sicherheitsbestimmungen in den vergangenen Jahren verschärft haben – mit der Folge manch kostspieliger Neuerung. Beim Großen Schießen kämpfen die Schützen um die Königswürde für die nächsten zwei Jahre.

 Zwar keine Majestät, dafür aber einen hochrangigen Diplomaten empfing Vollborn zusammen mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer in seinem Büro. Frankreichs Botschafter Étienne (59), seit August 2014 im Amt, hatte zuvor bereits einen Besuchsmarathon absolviert, um auch weitere Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte anzubahnen: Ministerpräsident Torsten Albig, das Centre Culturel, das Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung, die Industrie- und Handelskammer und das Weltwirtschaftsinstitut. Im Rathaus zollte er der „lebendigen Städtepartnerschaft“ zwischen Brest und Kiel großen Respekt.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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