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Nach der Spätschicht fährt kein Bus

Kiel-Hassee Nach der Spätschicht fährt kein Bus

Sie wollen alle eigentlich nur eines: vernünftig und sicher zur Arbeit kommen. Doch das, finden Betriebsrat und Mitarbeiter der Professoren-Heime des Kieler Stadtklosters in Hassee, ist per Bus nicht gut möglich. Denn der fährt zwar bis zur Straße Brüggerfelde am Vieburger Gehölz, wo die Heime liegen, doch nur tagsüber – und das ist ein Problem für die Mitarbeiter im Schichtdienst, vor allem in der dunklen Jahreszeit.

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Die Mitarbeiter des Kieler Stadtklosters würden lieber mit dem Bus statt dem Auto fahren, doch die Ankunfts- und Abfahrtszeiten an der Brüggerfelde lassen sich mit ihren Dienstplänen nicht koordinieren: „Wir wünschen uns drei Fahrten mehr.“

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. „Morgens um 6 Uhr ist Dienstbeginn in unseren Senioreneinrichtungen, dem Prof.-Weber-Haus und dem Prof.-von-Esmarch-Haus“, erklären der Betriebsratsvorsitzende des Kieler Stadtklosters, Sven Matthiesen, seine Vorstandskollegen Karl-Heinz Jaeger und Andree Heiny sowie Pflegedienstleiter Horst Bode vom Esmarch-Haus. Schichtdienst-Ende der rund 170 Mitarbeiter in beiden Einrichtungen inklusive Hauswirtschaft und ambulanter Dienst ist um 20 und um 21 Uhr. Der Bus der Linie 52 bedient zwar die Station Brüggerfelde, der erste Bus sei morgens aber erst kurz vor 9 Uhr an den Heimen, und der letzte Bus des Tages fahre gegen 19 Uhr ab, erklärt Matthiesen.

 Das führt zu vielerlei Problemen: Eines davon sei die Angst, in der dunklen Jahreszeit frühmorgens oder abends den Weg von der Arbeitsstätte am Vieburger Gehölz zur nächsten Haltestelle in der Hamburger Chaussee zurückzulegen. „Das sind zwar nur 20 Minuten Fußweg, doch die Strecke ist bei Regen, Schnee oder im Dunkeln für viele unserer Mitarbeiterinnen zu lang“, sorgt sich Horst Bode um die Kolleginnen.

 Ein weiteres Problem: Die gute Erreichbarkeit der Arbeitsstätte auch per Bus sei für viele Mitarbeiter entscheidend für den Job. Das zeige sich immer wieder bei Bewerbungsgesprächen, weiß der Betriebsrat. Besonders Praktikanten und FSJler, die noch keinen Führerschein haben, sind auf einen guten ÖPNV angewiesen – und würden sich daher häufig gegen die Arbeit in den Professoren-Heimen entscheiden. „Natürlich kommen viele Mitarbeiter – die nach eigenem Bekunden gern Bus fahren würden – per Auto zur Arbeitsstelle, einige bilden Fahrgemeinschaften, doch die Parkplätze hier in der Straße sind endlich“, betont der Betriebsrat, der keine Schwierigkeiten mit den Anwohnern provozieren möchte.

 „Wir wünschen uns von den Kieler Verkehrsbetrieben drei Busfahrten mehr, eine morgens und zwei abends – gern auch zur Probe in den Herbst- und Wintermonaten“, erklären Pflegedienstleiter und Betriebsrat den Wunsch vieler Mitarbeiter. „Das würde sicher auch den Mitarbeitern anderen Einrichtungen im Krummbogen zugute kommen“, glaubt Sven Matthiesen. Mit seiner Bitte um weitere Busverbindungen hat sich der Betriebsrat des Kieler Stadtklosters bereits an die KVG bzw. an den Eigenbetrieb Beteiligungen der Stadt Kiel gewandt. Die Anregungen würden eingehend geprüft, heißt es in dem Antwortschreiben von KVG-Sprecherin Andrea Kobarg. Das Problem seien die knappen Haushaltsmittel, heißt es in dem Brief weiter. Die Stadt müsse abwägen, wo die Mittel so eingesetzt werden können, dass möglichst viele Fahrgäste davon profitieren.

 Der Eigenbetrieb verwies zudem auf das dichte Busangebot in der Hamburger Chaussee. Das stelle für „die Bedürfnisse der von Ihnen angeführten Werktätigen eine zumutbare Alternative“ dar. Mit der Antwort will sich der Betriebsrat jedoch nicht zufrieden geben. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass unsere Mitarbeiter sicher zur Arbeit kommen.“

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