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Kiel Königsweg zum Leistungszentrum

Die Pächter können aufatmen, ihre Kleingärten werden nicht angetastet. Die Stadt hat in einer gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte Steenbek-Projensdorf und Suchsdorf vor 150 Besuchern einen Plan für das gemeinsame Trainingszentrum von Holstein Kiel und dem THW Kiel in Projensdorf vorgestellt, der die Zustimmung von allen Seiten fand.

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Für die Erweiterung der Sportanlage Projensdorf zum gemeinsamen Leistungszentrum für Holstein Kiel, THW und die olympischen Sportarten Beachvolleyball, Rudern und Segeln ist genug Fläche vorhanden. Kleingärten sollen für das Projekt nicht weichen müssen.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Sportinternat, Trainingshallen für Handballer und Beachvolleyballer werden auf der bereits bestehenden elf Hektar großen Fläche an der B76 gebaut. Dort trainieren die Fußballer von Holstein Kiel seit Jahren. Die 96 Kleingartenparzellen bleiben bestehen.

Die Sitzung war hochkarätig besetzt. Neben Sponsor Gerhard Lütje (Citti) waren für Holstein Kiel Präsident Roland Reime und Geschäftsführer Wolfgang Schwenke gekommen. Den THW vertrat Geschäftsführer Thorsten Storm. Für die Stadt Kiel saßen unter anderen Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino, Sportdezernent Gerwin Stöcken und Florian Gosmann, Leiter des Stadtplanungsamtes, auf dem Podium. Die Kleingärtner waren alle erschienen, fürchteten sie doch, dass ihre Parzellen für das gemeinsame Trainingszentrum planiert werden. Schon vor dem Termin standen sie in kleinen Gruppen zusammen und schimpften über die Ignoranz der Stadt, ihnen ihre kleinen Gärten einfach zu nehmen. Seit der ersten Idee vor zwei Jahren diskutieren sie hitzig über dieses Thema.

Doch dann kam die Überraschung: „Bei einer ersten Sondierung der zur Verfügung stehenden Flächen und zahlreichen Gesprächen mit allen Beteiligten haben sich vier Flächen für die Erweiterung des gemeinsamen Trainingszentrums herauskristallisiert“, erklärte Florian Gosmann. Nach Abwägung von 25 Einzelkriterien wie zum Beispiel Auswirkung auf die Nachbarschaft, Umwelt, Planungsrecht, Entwässerung und Verkehrserschließung empfahl Kiels oberster Stadtplaner, drei Flächen wegen einer hohen Eingriffsschwelle nicht weiter zu verfolgen. Dementsprechend applaudierten die Besucher lautstark, als er seine favorisierte Variante mit der Nachverdichtung auf dem bestehenden Trainingsgelände von Holstein Kiel vorstellte.

„Die Fläche ist groß genug, so dass dort das Internat im hinteren Bereich, die THW-Trainingshalle und Geschäftsstelle, eine Halle für die Beachvolleyballer, Gastronomie sowie ausreichend Parkflächen untergebracht werden können“, erklärte Gosmann. Einzig ein Feuchtbiotop auf dem Gelände müsse zugeschüttet werden. Dieser Vorschlag habe weitere Vorteile: Man könne die vorhandene verkehrliche Erschließung vom Steenbeker Weg nutzen, die Gärten könnten alle bleiben, weiterhin gebe es keine Einschränkungen bestehender Nutzungen. „Und eine Realisierung ist mittelfristig möglich“, so Gosmann. Die beiden Ortsbeiratsvorsitzenden lobten die Idee: „Es steckt viel Arbeit dahinter. Es ist ein Vorschlag, mit dem alle gut leben können“, sagten Ralf Meinke (Steenbek-Projensdorf) und Reinhard Warnecke (Suchsdorf). Alle Ortsbeiratsmitglieder stimmten dieser Variante zu.

Es gab nur eine Frage von den Zuhörern: „Und was sagen die Vorhabenträger von Holstein und dem THW?“ Wolfgang Schwenke antwortete für beide Sportclubs. „Dieses Projekt hat Signalwirkung, wenn zwei Vereine zusammen planen. Die Lösung ist großartig, wir sind sehr zufrieden“, sagte der Holstein-Geschäftsführer. Todeskino freute sich über den Erfolg: „Die Bedeutung ist hoch einzuschätzen. Wir haben uns immer eng mit den Vereinen abgestimmt.“ Jetzt wird eine Vorlage für den kommenden Bauausschuss erarbeitet, damit schnell Baurecht geschaffen werden kann. Alles weitere wird später geklärt: Das Gelände hat Holstein von der Stadt gepachtet.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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