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Kommt jetzt das Jugendticket?

Landeshauptstadt Kommt jetzt das Jugendticket?

Was für Ältere schon gilt, sollte nun auch der Jugend ermöglicht werden. Das finden zumindest die Mitglieder des Jungen Rates in Kiel, die jetzt einen Prüfauftrag an die Verwaltung für ein preisgünstiges ÖPNV-Jugendticket auf den Weg brachten.

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Noch ist das günstige Jugend-Ticket nur ein Vorschlag. Doch der Chef des Jungen Rats, Özgürcan Baş, hat die Realisierung fest im Blick.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Als Vorbild soll dabei das am 1. März eingeführte Seniorenticket dienen.  Die ersten Hürden hat der Vorstoß der Jugendlichen bereits genommen. Sowohl der Wirtschafts- als auch der Jugendhilfeausschuss stimmten dem Auftrag an die Verwaltung zu, nötige Maßnahmen zur Einführung eines Jugendtickets zu prüfen. Dabei solle das Ticket laut Antrag mindestens eine 50-prozentige Ermäßigung im Vergleich zu einem Erwachsenen-Monatsticket beinhalten.

 „Wir wollten mit unserem Antrag ein Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann“, erläuterte der Vorsitzende des Jungen Rates, Özgürcan Baş, den Vorstoß. Familien müssten teilweise Unsummen ausgeben, damit ihre Kinder täglich mit dem Bus zur Schule kämen. Derzeit koste ein Schüler-Monatsticket 52 Euro, eines für Erwachsene 58 Euro.

Kämpfer will Jugendticket für Kiel prüfen

 Vor allem für Familien mit mehreren Schulkindern bedeutet das eine starke finanzielle Belastung. Das Beispiel des bereits eingeführten Seniorentickets zeige, dass Preisreduzierungen für bestimmte Personengruppen und unter Vorlage gewisser Voraussetzungen durchaus möglich sei: „So ein Ticket wollen wir Jugendlichen jetzt auch.“

 Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigte sich zwar grundsätzlich aufgeschlossen für die Idee des Jungen Rates, verwies aber auf das jetzt erst einmal nötige Verfahren bis zu einer möglichen Einführung des ÖPNV-Jugendtickets. So würden die städtischen Fachleute aus dem Eigenbetrieb Beteiligung jetzt in Kontakt mit dem Jungen Rat treten.

 „In engem Austausch wollen wir dann an den Details arbeiten und prüfen, was möglich ist“, kommentierte der OB den Vorschlag auf Nachfrage. Das letzte Wort bei einer Entscheidung habe aber die Politik. Grundsätzlich freue er sich, „dass der Junge Rat so aktiv ist und sich mit so viel Engagement für die Kieler Kinder und Jugendlichen einsetzt.“

 Die Ratsfraktionen stehen dem Vorstoß offenbar positiv gegenüber. Ihn hält der jugendpolitische Sprecher der SPD, Volkhard Hanns, im Prinzip für „eine gute Idee“. Die Einführung eines preisreduzierten Monatstickets würde zwar ein ganzes Stück näher an die Lebenswirklichkeit Jugendlicher heranrücken. Zunächst müsse aber die Prüfung der Konsequenzen mit allen Beteiligten erörtert werden.

Azubi-Tickets in Schleswig-Holstein

 Auch das Land will Jugendlichen beim ÖPNV offenbar stärker unter die Arme greifen – zumindest während ihrer Ausbildung. „Wir prüfen gerade die Voraussetzungen zur Einführung eines entsprechenden Azubi-Tickets“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele (SPD) bei einer Kieler Info-Veranstaltung der Sozialdemokraten zum Seniorenticket. Dieser Plan solle auch in das SPD-Wahlkampfprogramm aufgenommen werden.

 Die Finanzierung eines solchen Azubi-Tickets stehe aber noch nicht fest. Es liefen derzeit Gespräche, ob möglicherweise auch die Ausbildungsunternehmen im Norden dazu einen finanziellen Beitrag leisten könnten. Denkbar sei aber auch eine (Teil-)Subventionierung durch das Land. Nägele: „Das alles ist ein schwieriger und langwieriger Prozess.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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