18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Kraftwerk nimmt wichtige Hürde

Kiel Kraftwerk nimmt wichtige Hürde

Es ist eines der größten Bauprojekte im Norden und soll die Kieler Wärme- und Energieversorgung für Jahrzehnte sichern. Am Montag haben die Beteiligten eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Bau eines neuen Gasmotoren-Heizkraftwerks (GHKW) am Ostufer genommen.

Voriger Artikel
Jazz, Blues, Gospel und Sing Sang Song
Nächster Artikel
Schneller von Kiel nach Lübeck

Vertragsunterzeichnung für das neue Kraftwerk (von links): Gerrit Koll, Prokurist, und Alexander Gremm, Managing Direktor der Kraftanlagen-Gruppe, Vorstandsvorsitzender Frank Meier und Vorstandsmitglied Jörg Teupen von den Stadtwerken Kiel, sowie Norbert Hetebrüg, Mitglied der Geschäftsführung, und Oliver Klitzke, Executive Operations von GE Power & Water.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die Stadtwerke Kiel, die Kraftanlagen München GmbH und ein Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns General Electric (GE) haben die entscheidenden Verträge für den Bau des neuen Kraftwerks unterzeichnet. Damit stehen Generalunternehmer und Hersteller der 20 Gasmotoren für das 290-Millionen-Euro-Projekt fest. Die beteiligten Unternehmen hatten sich seit Februar 2014 in mehreren Etappen bei einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt.

 „Wir sind überzeugt, mit Kraftanlagen München und GE überaus kompetente Partner für das geplante GHKW gefunden zu haben“, sagte Frank Meier, Vorstandschef der Kieler Stadtwerke. „Die heutige Vertragsunterzeichnung ist ein weiterer Meilenstein für ein Kraftwerk, das durch seine geplante modulare Bauweise höchst flexibel auf die Anforderungen des Energiemarktes reagieren kann.“

 Von einem „sehr wichtigen Schritt“ sprach auch Jörg Teupen, Technikvorstand der Kieler Stadtwerke. Seinen Angaben zufolge soll bis zum kommenden Frühjahr noch das Finanzierungskonzept mit den Banken abgestimmt werden. Die Gespräche liefen bereits. „Wir rechnen mit dem ersten Spatenstich für das Kraftwerk im nächsten Jahr.“ Im Herbst 2018 soll es in Betrieb gehen. „Das GHKW ist unser Beitrag zur Energiewende. Nicht nur, dass es zur Netzstabilität beiträgt, auch der CO2-Ausstoß wird sich gegenüber dem bisher betriebenen Kohlekraftwerk erheblich verringern“, erklärte Teupen.

 Das geplante Kraftwerk biete viele Vorteile. Der Grund: Im Gegensatz zum bisherigen Kohlekraftwerk lässt sich das Gaskraftwerk künftig innerhalb von nur fünf Minuten auf die Nennleistung von 190 Megawatt hochfahren. So können Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen und der Strom in diesen Zeiten gewinnbringend verkauft werden. Zudem werden im Betrieb 192 Megawatt Fernwärme für das Kieler Verbundnetz erzeugt, die 70.000 Haushalte mit Wärme versorgen und teilweise in einem neuen Speicher gelagert werden können. Die geplante Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zähle zu den modernsten der Welt und habe einen Primärenergieausnutzungsgrad von mehr als 90 Prozent sowie einen elektrischen Wirkungsgrad von 45 Prozent.

 Das neue Kraftwerk soll das in die Jahre gekommene Gemeinschaftskraftwerk (GKK) ersetzen; es hatte in den vergangenen Monaten für Konflikte zwischen der Landehauptstadt und dem Mehrheitseigner der Stadtwerke, dem Mannheimer Energieversorger MVV, gesorgt. Erst im Mai hatte MVV seine Beteiligung am Projekt bekräftigt, nachdem sich der Energieversorger ein Jahr zuvor eigentlich von dem Bauvorhaben verabschieden wollte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr zum Artikel
Kommentar

Nach der unsäglichen Hängepartie des vergangenen Jahres kommen die Kieler Stadtwerke in Sachen Gaskraftwerk einen entscheidenden Schritt voran. Mit dem überfälligen Rückenwind vom Aufsichtsrat und von den Mannheimer Mehrheitseignern sind jetzt einige der wichtigsten Verträge für das 290-Millionen-Euro-Projekt unterzeichnet worden. Mit ihm sollen Strom- und Nahwärmeversorgung der Landeshauptstadt möglichst umweltschonend gesichert werden.

mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3