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Lebendiges Panorama von 1665

Kiel Lebendiges Panorama von 1665

Ein angenehmes Rauschen plätschernder Wellen und dazu die liebliche Aussicht auf den Kleinen Kiel: In einer Werbeschrift aus dem Jahre 1665 rühmt der Naturwissenschaftler Caeso Gramm, einer der ersten Professoren der Kieler Universität, die Vorzüge des frisch eingeweihten Campus in den Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters.

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Unter dem Motto „Hier fing alles an - Campus Kloster“ haben Gerd Heinrich und Gerlind Stephani vom Kieler Klosterverein eine Ausstellung zur 350-Jahr-Feier der Christian-Albrechts-Universität zusammengestellt.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Unter dem Titel „Anno Domini 1665 – 350 Jahre CAU“ blickt eine Ausstellung des Vereins Carillon und Kieler Kloster am Ort des Geschehens auf die Gründungphase der Christian-Albrechts-Universität zurück. Im Mittelpunkt steht eine nachkolorierte Rekonstruktion des prunkvollen Festzugs.

 Auf 25 Metern Länge erstreckt sich die Abbildung der feierlichen Prozession, deren Teilnehmer strikt nach Rang geordnet sind. Angeführt von einfachen Fußsoldaten folgen die Abgeordneten der Landesteile, Studenten, Geistlichkeit und Professoren, Ritter und Hofbeamte, sechs adelige Jünglinge mit den Insignien der Universität, darunter das kaiserliche Privileg, herzogliche Marschälle und schließlich Herzog Christian Albrecht höchstselbst. Als eigentlicher Höhepunkt des Umzuges aber rollt mit einem gebührenden Tross die fürstliche „Staatskarosse“ hernach, in der an diesem Tage der nach Protokoll Ranghöchste sitzt: Johann Adolf Kielmann von Kielmannsegg, Organisator und erster Präsident der neuen Universität.

 Aus 20 einzelnen Kupferstichen, die in einem Prachtband zur Universitätsgründung veröffentlicht wurden, ist für die Ausstellung ein Gesamtpanorama entstanden, das sehr lebendig die damaligen Geschehnisse wiedergibt. Am Wegesrand begleiten die einfachen Bürger der Stadt, Kinder und Hunde den Festzug. Präsentiert werden außerdem Abbildungen des Festakts in der Nikolaikirche und des anschließenden Banketts im Schloss, lebensgroße Porträts der Hauptakteure sowie Auszüge aus den Predigten zur Gründungsfeier. „Solange die Welt gestanden, hat unsere Stadt und dies Holsteinische Land ein solches Kleinod nicht gehabt“, jubelt etwa St. Nikolais Hauptpastor Friedrich Jessen.

 Die Ausstellung erinnert ebenso an die Vorläufer der Universität, die letztendlich 1665 in Kiel verwirklicht wurde – und zwar mit einigem „Marketing“-Aufwand und einem beachtlichen Betrieb. Das Personal umfasste nicht nur etliche Professoren und lesende Dozenten, sondern auch einen Sekretär, einen Pedell und einen Universitätstanzmeister. Ein Grundriss des ersten Campus zeigt, wie das Gelände des ehemaligen Klosters, in dem die Uni bis 1768 ihren Sitz hatte, für den Universitätsbetrieb umgestaltet worden war.

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